Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere

 

Zur Baugeschichte

Die erste Kirche aus Stein wurde in den Jahren 1322-1333 unter dem Würzburger Fürstbischof Wolfram von  Grumbach im gotischen Stil erbaut. Sie zählte mit ihrer reichen Ausstattung zu den schönsten Kirchen Frankens.  1608 wurde sie auf Anordnung des damaligen Fürstbischofs Julius Echter von Mespelbrunn (1573-1617) bis auf den  Chor abgebrochen und neu aufgebaut. Noch heute erinnern das zugesetzte kleine gotische Fenster und ein alter  Wasserspeier an der Ostseite an die Vorgängerkirche. Dort befindet sich auch die Ölberggruppe mit den Wappen  des Fürstbischofs Lorenz von Bibra auf der linken oberen Seite und dem des Grafen von Rieneck auf der rechten  Seite. Die spätgotischen Sandsteinfiguren (um 1510) sind in zeitlos expressiver Form dargestellt, so dass sie  durchaus auch einem modernen Klassiker zugeschrieben werden könnten. Die neue Kirche erhielt die Form einer Basilika mit einem Haupt- und zwei Seitenschiffen.
Das südliche  Renaissance-Portal trägt das Wappen des Erbauers Julius Echter (in Feld 2 und 3 ein silberner Schrägbalken,  belegt mit drei blauen Ringen, im Feld 1 der „Fränkische Rechen“ für das Herzogtum zu Franken und im Feld 4  das “Rennfähnlein“ mit schräggestellter Standarte für das Hochstift). Am 28. Dezember 1694 brannte die Kirche bis auf die Grundmauern nieder. Nach einer dreijährigen Bauzeit  wurde sie 1709 von dem Würzburger Weihbischof Dr. Johann Bernhard Mayer, einem gebürtigen Laudaer, wieder geweiht. 
Am Ostersonntag, den 1. April 1945, wurde der Turm in Brand geschossen und stürzte in das Langhaus. Bis zum  Herbst 1945 war die Kirche repariert und konnte wieder für den Gottesdienst genutzt werden. Nach einem  provisorischen Zeltdach erhielt der Turm 1975 wieder seine ursprüngliche „Welsche Haube“.  In den Jahren 1953-1955 wurde die Kirche wegen Raumknappheit um zwei Mittelschiffsachsen nach Westen verlängert  und bekam ein neues südliches Hauptportal, geschaffen von Professor Karl Baur aus München. In der Mitte des  dreigeteilten Tympanons wird das Thema „Maria, Pforte des Himmels“ durch die Gottesmutter mit dem segnenden  Jesuskind veranschaulicht. Das linke Relief zeigt die Vertreibung aus dem Paradies, das rechte die Zuflucht  der Betrübten.  Links vom Portal befindet sich die älteste bekannte Darstellung des Kirchenpatrons Jakobus. Nördlich der Kirche steht noch der so genannte Pulverturm mit einem Rest der alten Stadtmauer; angebaut die  Lourdes- und Franziskusgrotte, 1895 von Pfarrer Halbig eingeweiht.
Die Innenausstattung: Chorraum und Altäre
Beim Betreten der Kirche fällt der Blick auf den imposanten barocken Hochaltar. Von vier korinthischen Säulen  und geschwungenen Bögen aus Stuckmarmor getragen wölbt sich ein Baldachin, von insgesamt neun Engeln bevölkert. Im Auszug finden sich Krone und Kreuz als Siegeszeichen.  In der hohen Retabel wird die Heilige Dreifaltigkeit dargestellt. Maria und Johannes beklagen den Tod Christi am Kreuz. Das Auge Gottes, dargestellt als goldenes Medaillon, blickt auf die Kreuzigungsgruppe herab. Darüber schwebt der Heilige Geist in Gestalt einer Taube, umgeben von einem Strahlenkranz. Zwischen den Säulen rechts und links stehen in Überlebensgröße die beiden Apostel Petrus und Paulus mit ihren jeweiligen Attributen.In  den Altaraufbau integriert ist der prunkvolle Rokokotabernakel, dekoriert mit Muschel- und Korallenwerk. Laut Gotteshausrechnung von 1755 schuf ihn der Bildhauer Anton Herbith aus Karlstadt am Main. Mose und Elia zu beiden Seiten des Gotteslammes sowie sechs Engel weisen durch ihre Gestik auf die Anwesenheit Gottes im Tabernakel hin. Das Chorgestühl stammt in Teilen aus der Bauzeit der Kirche. Bemerkenswert ist der Deckenstuck des Chores mit reich verzierten Rokokokartuschen, Rosenzweigen und Vasen auf den Gesimsen, geschaffen 1767 von Thomas Schaidthauf aus Raisting am Ammersee. Von ihm stammt auch der blaue Vorhang zwischen Chor und Langhaus. Eine Frauengestalt (Ecclesia) verkörpert die drei Kardinaltugenden Glaube, Hoffnung und  Liebe, symbolisiert durch Kreuz, Anker und Herz.Das ovale Deckengemälde mit der Darstellung der Heiligen Dreifaltigkeit, dem so genannten Gnadenstuhl, und das Schutzengelbild an der Chornordseite malte der bekannte Historienmaler Waldemar Kolmsberger im Jahr 1894. Der Stuckmarmoraufbau der beiden Seitenaltäre mit Pilastern, gekröpftem Gesimse und Aufsatz erfolgte bei der großen Restaurierung (1872-1877) unter dem aus Tauberbischofsheim stammenden Pfarrer Adam Halbig. In der Mitte des linken Seitenaltares steht der Kirchenpatron, der heilige Jakobus, mit  Wanderstab und Muschel, links davon die heilige Elisabeth mit Brot für die Bedürftigen, rechts der heilige Wendelin mit Schäferschippe als Patron der Schäfer und Bauern. Der rechte Seitenaltar ist der „Unbefleckten Empfängnis“ geweiht. Die Mutter Gottes ist als junges Mädchen dargestellt, links daneben der heilige Dominikus, der Patron der Rosenkranzbruderschaft, rechts der heilige Josef mit dem Jesuskind.
Die Innenausstattung: Langhaus und Bereich unter der Empore
Die klassizistische Kanzel wurde 1804 laut Archivunterlagen von der Bildhauerfamilie Ziegler aus Messelhausen  gefertigt. Der Kanzelkorpus wird von einem Lorbeerkranz zusammengehalten. Fünf geschnitzte und in Weiß gefasste Medaillons stellen die vier Evangelisten und in der Mitte Christus als Lehrer dar, gefertigt von Bildhauer Seitz. Im Schalldeckel mit gerafftem Vorhang schwebt der Heilige Geist in Gestalt einer Taube. Die Gesetzestafeln im  Strahlenkranz sollen die Christen auf die Einhaltung der Gebote verpflichten. Jesus, als guter Hirte, mit Stab  und Lamm auf den Schultern, bildet als Aufsatzfigur den Abschluss. Am Pfeiler gegenüber dem Eingang an der Mariengrotte grüßt die Hl. Lioba, Äbtissin in Tauberbischofsheim, die Eintretenden. Am nächsten Pfeiler in Richtung Empore findet sich eine Figur des Hl. Bernhard von Clairvaux. Es folgt ein Heiliger mit Buch und Bart (vielleicht ein Apostel), der auf auf den Beichtstuhl aus dem Jahr 2020 hinweist. Gegenüber ist der Kreuzweg des Würzburger Bildhauers Arthur Schlegelmünig aufgehängt, der im Jahr 1900 geschaffen wurde.
Das muschelförmige Taufbecken in der Mitte unter der Empore wird von einem Löwen getragen. In seinen Pranken hält er das Wappen des Würzburger Fürstbischofs Johann Gottfried von Guttenberg (1684-1698) mit der Rose als Stammwappen der von Guttenbergs. Die Wappenkartusche zeigt auch den fränkischen Rechen und das Sturmfähnlein. Hinter dem Schild kreuzen sich Schwert  und Krummstab als Sinnbild seiner weltlichen und geistlichen Herrschaft. An den beiden Pfeilern sieht man den Hl. Antonius von Padua mit dem Jesuskind und die Gottesmutter von Schönstatt. Den Westeingang der Kirche verdeckt seit 2020 eine Eichenwand als Erinnerungsort an die Neugetauften und Verstorbenen der Pfarrei. Das Thema "Pilgerschaft" greifen symbolisch die Jakobsmuschel, der Pilgerstab und der aus massiver Eiche gesägte Pilgersitz auf.
Eine Madonna mit Jesuskind im Strahlenkranz, die ursprünglich den verschwundenen Aufsatz der Kanzel in der Marienkirche krönte, lädt zum Gebet in der Marienkapelle ein. Die beiden Kronleuchter sind Stiftungen der Totenbruderschaft (1644) und der Rosenkranzbruderschaft (um 1700). Am Pfeiler gegenüber dem Haupteingang empfängt der Hl. Jakobus d. Ä, der Patron der Stadtkirche, die Besucher. An einem 2020 geschaffenen Stahlkreuz hat ein in den 1950er Jahren aus der Kirche entfernter über 400 Jahre alter Christus-Corpus eine neue Heimat gefunden. Gegenüber dem Echter-Portal verweist der Hl. Kilian als Patron der Franken auf Laudas historische Zugehörigkeit zum Bistum Würzburg. Die 1979 eingebaute und 2020 renovierte Steinmeyer-Orgel auf der Westempore hat ein zweigeteiltes Prospekt. Ein Schwellwerk verbindet die beiden Seitenflügel, davor an der Brüstung befindet sich das Rückpositiv. Sie verfügt über 3 Manuale und 36 Register.

Text: A. Schreck und R. Walterspacher Bilder: G. Besserer und R. Walterspacher

 

Die Glocken in Lauda

Sie können die Glocken von St. Jakobus in Lauda anhören, wenn Sie auf die Glocke klicken:

 

Induktionsschleife für Hörgeräteträger

Viele Menschen, die ein Hörgerät tragen, berichten, dass sie den Pfarrer und andere Sprecher wie Lektoren in unserer Kirche trotz Hörgerät nur schlecht bzw. nicht verstehen. Darum wurde in unserer Stadtkirche St. Jakobus in Lauda eine Induktionsschleife verlegt, die von einem Induktionstransformator gespeist wird. Dieser Transformator erhält sein Signal direkt vom Mikrofonverstärker. Die Induktionsschleife baut ein Magnetfeld auf. Eine Induktionsspule, die im Hörgerät eingebaut ist, wandelt dieses Magnetfeld so um, dass der Hörgeräteträger das Gesprochene besser verstehen kann. Wenn das Hörgerät auf die Stufe „T“ umgestellt wird, empfängt das Hörgerät nur über die Induktionnspule. Diese Einstellung ist z. B. während der Predigt zu empfehlen. Stellen Sie Ihr Hörgerät auf „MT“, empfängt es sowohl über die Induktionsspule wie auch über das eingebaute Mikrofon. Bei dieser Einstellung können Sie auch alles Andere aus dem Kirchenraum hören.