
Königshofen
Pfarrkirche St. Mauritius

Die erste Erwähnung der Pfarrei Königshofen findet sich in einem Dokument aus dem Jahr 822. Hier wird eine Martinskirche genannt, welche dem Bistum Würzburg zugeordnet wurde. Der erste Kirchenbau, der im Untergeschoss und Portal des Turmes bis heute greifbare architektonische Spuren hinterlassen hat, stammt wohl aus der Zeit der Romanik und damit aus dem Anfang des zweiten Jahrtausends. Ende des 15. Jahrhunderts erfolgte vermutlich eine Erweiterung oder ein Neubau der Kirche. Hierauf weist die Jahreszahl 1495 an der Südseite des obersten Turmgeschosses hin.
Der Urpfarrei Königshofen waren kirchlich für die Seelsorge eine Reihe von Orten zugeordnet, die alle erstmals im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt werden. Es handelt sich um Balbach, Deubach, Beckstein und Marbach, wobei letztere beiden bis heute Filialen von Königshofen sind. Wann genau der Wechsel vom Martins- zum Mauritiuspatrozinium erfolgte, ist nicht bekannt. Auch die Gründe dafür sind unklar.
Im Jahr 1836 - Königshofen war mittlerweile badisch geworden und dem neu gegründeten Erzbistum Freiburg zugeordnet - wurde der Grundstein der heutigen, spätklassizistischen Pfarrkirche gelegt. Grund dafür war die mangelnde Größe, sollte die Pfarrkirche doch auch die Bevölkerung aus den Filialgemeinden beherbergen. Von der Ausstattung der Vorgängerkirche wurden vielleicht die beiden spätbarocken Seitenaltäre übernommen. Links ist die Unbefleckte Empfängnis dargestellt mit den Hll. Joachim und Anna, rechts der Hl. Sebastian mit dem Hl. Nepomuk und einem nicht identifizierten weiteren Heiligen.
Das Deckenbild der Kirche entstand 1938 durch die Hand der Brüder August und Josef Braun. Es stellt den Triumph des Kreuzes dar. Von diesen Malern stammen auch die Kreuzwegstationen und das Deckenbild im Chor, das die Offenbarung des Hl. Herzens Jesu an Margareta Maria Alacoque zeigt. 1962 wurde aus der Pfarrkirche in Gerchsheim die frühbarocke Kanzel übernommen. Das Stufenportal mit den Bronzetüren am Turm wurde 1972 von Otto Sonnleitner geschaffen (Szene der Schöpfungsgeschichte). Seit der Renovation von 1977/78 ergänzt ein barockes Baldachinretabel aus der alten Kirche von Schönfeld das Himmelfahrtsbild des Hochaltars aus dem 19. Jahrhundert. Die beiden überlebensgroßen Figuren von Petrus und Paulus wurden von Otto Lieb nach alten Vorbildern geschnitzt. Die neue Farbfassung der Altäre und Plastiken stammt von Robert Bronold aus Gerlachsheim.
Literatur:
Joachim Braun, Kirchliches Leben in Königshofen in Vergangenheit und Gegenwart, in Hugo Ott, Königshofen an der Tauber, Lauda-Königshofen: 1992, 196-231.
Hugo Ott, 1836-1986 150 Jahre Baugeschichte der jetzigen Stadtpfarrkirche St. Mauritius zu Königshofen, in Hugo Ott, Königshofen an der Tauber, Lauda-Königshofen: 1992, 232-247.

