
Pfarrkirche Hl. Kreuz
Die heutige Kirche
Die Gerlachsheimer Kirche, eine barocke Pfeilerbasilika mit Haupt- und Querschiff, zwei Seitenschiffen, Kuppel und zwei dem Chor flankierenden Türmen ist eines der bedeutendsten Kunstdenkmale des badischen Frankenlandes. Die Kirche ist vereinfacht dem Petersdom in Rom nachgebaut. Die Türme der Kirche mit Welscher Haube sind 54 m hoch, das Hauptschiff, Chor und Querschiff innen sind 18 m hoch, die Kuppel 26 m und bis zur Laterne 32 m hoch. Die Breitenmaße entsprechen dem der Höhenmaße.
Hauptschiff 32 m lang, 8 m breit. Seitenschiffe je 26 m lang, 5 m breit. Querschiff 8 m lang, 24 m breit, Chor 14 m lang, 8 m breit, Hauptschiff - Querschiff und Chor 54 m lang. Hauptschiff und Seitenschiffe 18 m breit. Die zweistockige Westfassade bietet dem Betrachter ein imposantes Bild an Architektur. Auf hohen Postamenten gestellt, tragen 4 Säulen mit korinthischen Kapitellen ein geschwungener Architrav mit mittlerem Segmentgiebel. Zwischen den Säulenpaaren Figurennischen mit Muscheln und den Skulpturen des Hl. Sebastian links und dem Hl. Clemens des Märtyrers rechts aus gelbem Sandstein. Bildhauer der Skulpturen war der berühmte fränkische Bildhauer Ferdinand Tietz aus Würzburg.
Im Mittelteil der unteren Fassade befindet sich ein schönes Portal mit dem Wappen der Prämonstratenser bzw. dem Konventwappen des Gerlachsheimer Klosters mit Rocaillen. Die Türe ist zweiflüglig mit feststehendem Oberteil, reich geschnitzt, vom Bildhauer Anton Grimmbach aus Mergentheim 1740 geschaffen. Das obere Geschoss zeigt architektonisch dasselbe Bild wie das Untergeschoss, jedoch schmäler. Das Obergeschoss mit 2 Säulen, einer Skulpturennische und auf Postamenten ruhende, nach außen das Obergeschoss abschließend, große Voluten. In der Skulpturennische ein Kreuz mit Crucifixus (Sandstein) auf einem Postament mit Leichentuch und der Datierung 1730. Als oberste Krönung der Fassade ein Doppelkreuz mit Kugel.
Den Mittelteil bzw. das Schiff flankieren zwei Seitenschiffe, die sehr schlicht gehalten sind, um die Architektur der Fassade nicht zu stören. Auf der rechten Seitenschiffwand eine kleiner Altar mit Brunnenschale. Die Säulen mit ionischen Kapitellen. Als Altarbild in einer grottenähnlichen Skulpturennische Jesus Christus, über den Schultern ein Tuch, auf dem Haupt die Dornenkrone und in seiner Linken das Kreuz. Wie im 18. Jh. üblich, fließen aus den fünf Wunden Christi Wasserstrahlen in die Brunnenschale. Über der Skulpturennische auf dem Architrav eine Kartusche mit der Inschrift: "Schöpfe Wasser mit Freuden aus dem Brunnen des Heilands". Aus diesem Brunnen nahmen die Pilger, die zur Wallfahrt nach Gerlachsheim kamen, Wasser mit auf die Heimreise. Fassade, Cruxifixus mit Kreuz im Obergeschoss der Fassade und Christus als Welterlöser ein Werk des Bildhauers Johann Georg Paulus aus Mergentheim von 1730.
Die ehemalige Kloster- und heutige Pfarrkirche Hl. Kreuz wurde von 1723 bis 1730 unter dem damaligen Abt Sigismund Hauck aus Oberzell (Oberzell ist Mutterkloster - Gerlachsheim Priorat) erbaut. Die Kirche wurde am 17. September 1730 durch den Weihbischof Dr. Bernhard Mayer, ein gebürtiger Laudaer, dem Hl. Kreuz geweiht.
Am 2. April 1723 begann man die baufällig und zu klein gewordene romanische Kirche und das gotische Seitenschiff abzutragen und zum Teil auf den Grundmauern der alten Kirche, eine neue kreuzförmige Kirche unter Verwendung der alten Steine im Barockstil zu erbauen. Baumeister und Architekt war Pater Sebaldus Appelmann, der im Verzeichnis der Prämonstratensermönche als Doctor theol. Lector et Architectus aufgeführt ist. Bauführer und Maurermeister war der Tiroler Christian Schneller und sein Bruder Johann, beide wohnhaft in Gerlachsheim, sowie örtliche Bauhelfer (Schneller baute u. a. auch die Klosterkirche in Gaukönigshofen).
Bereits im selben Jahr, am 3. September 1723 (nach fünfmonatiger Bauzeit) konnte man nach Oberzell berichten, dass das Langschiff und Seitenschiff fertig sei, der Dachstuhl aufgerichtet und das Dach gedeckt sei. Das Holz für den Dachstuhl kam aus dem Klosterwald und aus dem Odenwald. Der Sandstein aus dem Steinbruch Hochhausen. Das Baumaterial aus der näheren Umgebung und der alten Kirche. Der Schiefer für das Dach stammt aus dem Rheinland.
Nach 3-jähriger Pause begann man am 1. Juni 1726 mit dem Bau des Querschiffes, Vierung, Kuppel des dreiseitigen Chorabschlusses mit Fundamentierungsarbeiten. Wegen des Grundwassers und dem stark sumpfigen Bodens mussten Bauern von Gerlachsheim und der näheren Umgebung in Fronarbeit vom Weinberg und den umliegenden Dörfern Steine ankarren, um diese vermischt mit Kalk in die Baugrube zu schütten. Am 17. März 1728 waren die Bauarbeiten beendet. Die Türme hatten nun eine stattliche Höhe von 54 m. Im Turmknopf gibt uns eine Urkunde in lateinischer Sprache Aufschluss: „Im Jahre des Heils 1728 am 17. März erreicht dieser Turm seine Vollendung, als Johann Christopherus von Hutten Fürstbischof von Würzburg war, Sigismund Hauck Abt von Oberzell und Gerlachsheim, Pater Georg Fasel aus Würzburg Prior zu Gerlachsheim, Architekt war Pater Sebaldus Appelmann aus Neustadt an der Saale Mönch im Prämonstratenserkloster zu Gerlachsheim im Römischen Reich herrscht Frieden“. Der äußere Bau war nun glücklich vollendet. Nun begann die Ausschmückung des Innenraumes.
Der Innenraum der Kirche
1. Allgemeines:
Beim Blick in die Kirche wird der Grundriss in Kreuzesform sehr deutlich. Mit seinen ausgeprägten Formen der Architektur und Ausstattung wird für den Betrachter der Barockstil sehr anschaulich.
Der Innenraum gliedert sich in Langhaus mit Mittelschiff und 2 Seitenschiffen, Querschiff mit Vierung, Kuppel und Laterne sowie großem Chorraum. Das Mittelschiff besteht aus vier Jochen und ist mit einem elliptischen Tonnengewölbe bedeckt. Zwischen den Arkadenbögen vorstehende Pilaster mit Rokokokapitellen (Stuck) die die Attika tragen. Die Wandscheiben zwischen den Pflastervorlagen sind einfach und mit Stuckleisten in Füllungen und Rücklageflächen aufgeteilt. Über der Attika sind Lichtgaden, die der Stuckdecke und dem Raum des rechte Licht geben. Über den Lichtgadenfenster in das Tonnengewölbe einschneidend jeweils Stichkappen mit reicher Stuckierung. Das Tonnengewölbe mit sehr reicher Stuckierung und 3 Gemälden (Öl auf Leinwand) von Josef Gru Veronensis 1742 gemalt, das das Leben und Wirken des Hl. Norbert darstellt.
Die Seitenschiffe sind niedriger als das Hauptschiff mit Kreuzgewölben und flacher Stuckierung (Bandelstuck). Über den Kreuzgraden die Stuckierung als Blattwerk. Die Kreuzgewölbe tragen Pilastervorlagen mit einfachem Gesimsabschluss sowie die Pfeiler der Arkardenbögen zum Hauptschiff zu. Die großen Fensterfronten in den Seitenschiffen geben dem Hauptschiff das notwendige Licht.
Die Querschiffe mit leicht gewölbter stuckierter Decke und Gemälde (Öl auf Leinwand). Die Wände glatt geputzt ohne jeglichen Schmuck. Auf den Ostwänden der Querschiffe sehen wir zwei Balkone, auf der früher Orgeln standen.
Auf gewaltigen Vierungspfeilern mit Stuckkapitellen ruht die mächtige Kuppel mit Laterne. Die Kuppelwölbung fasst die vier Pfeiler einheitlich zusammen, löst ihre Schwere auf und gibt der Kuppel ihr imposantes Aussehen. Auf den vier Vierungspfeilern stehen vier überlebensgroße Stuckfiguren. Zum Chor hin links der Hl. Augustinus, rechts der HI. Norbert und zum Hochschiff zu die Heiligen des Prämonstratenserordens Gottfried von Kappenberg und Hermann Josef. Die Kuppel reich an Stukkaturen. Über den Vierungsbögen zieht sich rund um die Kuppel eine Balustrade mit Postamenten und Balustern, die sogleich die Öffnung zum Himmel bedeuten. Über der Balustrade an den Gradpunkten der Kuppel tragen Allegorien Blumenkörbe und weisen zu Maria hin, die in der Laterne in einem Gemälde (Öl auf Leinwand) als auffahrende Himmelskönigin dargestellt ist (Maria ist zugleich Patronin des Prämonstratenserordens).
Zwischen den Allegorien und deren reicher Stuckierung sehen wir konkav zulaufende, ovale Gemälde (Öl aufLeinwand) dervierErdteile. Im Norden Europa, im Süden Afrika, im Westen Amerika und im Osten Asien (Australien als fünfter Erdteil war zur damaligen Zeit noch nicht entdeckt).
An den Vierungspfeilern Übergang Querschiff/Hauptschiff und Seitenschiff war vermutlich wie in allen Klosterkirchen ein schmiedeeisernes Gitter, das später entfernt wurde. Der Chor ist ebenfalls, wie das Hauptschiff mit reicher Stuckierung und mit einem großen Deckengemälde (Öl auf Leinwand) ausgestattet. Am Vierungsbogen an der Decke ist das Wappen von Oberzell.
2. Inventar:
Dem Betrachter der Kirche zeigt sich eine reiche Ausstattung an Altären, Pfeilerbildern, Chorgestühl, Kanzel, Beichtstühlen und eine der schönsten Orgeln des badischen Frankenlandes.
Im Chor der mächtige Hochaltar und das Chorgestühl. An den Vierungspfeilern des Chores etwas schräg gestellt, links der Kreuzaltar und rechts der Marienaltar. Im linken Querschiff der Josefaltar, im rechten Querschiff der Sebastianusaltar. Im Hauptschiff an die Vierungspfeiler gelehnt links der Hermann-Josef-Altar und rechts der sogenannte Familienaltar (Nur hier wurde früher für die Gemeinde die Heilige Messe gelesen.). An den Pfeilern Stuckrahmen mit Ölgemälden. Am linken ersten Pfeiler eine schöne Rokokokanzel.
3. Einzelbeschreibung
a) Stuck
Die Stuckarbeiten in der Gerlachsheimer Kirche sind ein Werk von Johann Peter Schaidthauf, Mamorierer, Altarbauer und Stukkateur aus Raisting am Ammersee (geb. 27. Juni 1707 in Raisting, nahe Wessobrunn und Dießen am Ammersee) und seines Sohnes Thomas. Johann Peter Schaidthauf war Schüler der berühmten Wessobrunner Schule, was sich in der reichen Stuckierung der Decke und Wände wieder-spiegelt. Neben dem sehr ausgeprägten Rocaillestuck, den Blumenvasen, den Engelsputtos zeigen uns die Wappenkkartuschen im Hochschiff dieWappen der Prämonstratenser, das Konventwappen des Gerlachsheimer Klosters sowie das Wappen von Abt Sigismund Hauck an der Chordecke.
Die Wappenkartusche am Deckengemälde des Hochschiffes an derVierung mit dem Text: JesV CrVCIfIXo Marlae Delparae & B. Norberto, zeigt uns, die roten großen Buchstaben zusammengezählt, die Jahreszahl der Erbauung 1723. Die Stuckarbeiten wurden von Schaidthauff in der Zeit von 1739 - 1746 ausgeführt und waren von der Planung bis zur Ausführung eines seiner größten Arbeiten.
Nach Beendigung der Arbeiten zog Schaidthauf weiter in das Kloster nach Neresheim. Die Stukkaturen sind, anders wie üblich, nicht in Stuckmasse gearbeitet, sondern in Lehm. Auf die Holzkonstruktion des Gewölbes wurde Lehmputz mit groben Stroh aufgebracht, der Stuck geformt und mit ca. 2 - 3 mm Kalkgipsmasse überzogen und dann gefasst. Die Stuckarbeiten im Chor sind ein Werk der Stukkateure Materno und Augustino Bossi aus Norditalien.
b) Die Deckengemälde
Die Deckengemälde der Kirche stellen zwei Zyklen dar. Im Hochschiff und Chor das Leben des Hl. Norbert, unter der Empore, im Chor und Querschiff der Zyklus des Hl. Kreuzes. Alle Gemälde sind mit Öl. auf Leinwand gemalt.
1. Gemälde unter der Empore
Es zeigt die Kreuzauffindung.
2. Gemälde im nördlichen Querschiff (über der Sakristei)
Es zeigt den Sieg des Kreuzes, der Sieg des Christentums über das Heidentum bzw. Kaiser Konstantins Sieg über Maxentius im Jahre 312. In den Wolken sieht man das Kreuz und den lateinischen Spruch: "In hoc signo vinces" (in diesem Zeichen wirst Du siegen).
3. Gemälde im südlichen Querschiff:
Kreuzerhöhung - Kaiser Heraklius vor den Toren Jerusalems bei der Übergabe des Heiligen Kreuzes durch die Perser
4. Gemälde im Chor
Es zeigt gleichzeitig die Geschichte des Heiligen Kreuzes und des Hl. Norbert
Thema: Triumph des Hl. Kreuzes und des Hl. Norberts
Es zeigt Christus als Weltenrichter, links davon die Apostel Petrus und Paulus, rechts im vollen Ornat den Hl. Augustinus. (Gründer des Augustinerordens.) Darstellung des Hl. Augustinus
- Selbstdarstellung des Malers Josef Gru.
Im unteren Bilddrittel sehen wir den Hl. Norbert im weißen Gewand als Stifter des Prämonstratenserordens sowie die Gründer anderer Orden, den Hl. Dominikus - Stifter des Dominikanerordens -, den Hl. Johannes von Gott - Gründer des Ordens der barmherzigen Brüder -, den Hl. Phillippus Benetius - Servitenorden -sowie einen Repräsentanten des Deutsch-Ritterordens.
Signiert ist das Gemälde mit Fecit Joseph GRV Veronensis 1742
5. Norbertbilder Hochschiff
5.1 Über der Empore zeigt das Bild den Ritt des Hl. Norbert durch die westfälische Heide
5.2 Mittelbild - Hl. Norbert im Kampf mit Tanchelin (Bild signiert Josef GRV Veronensis 1742)
5.3 Bild an der Vierung - Heilung der Blinden durch den Hl. Norbert im Dom zu Würzburg (Bild ebenfalls signiert Josef GRV Veronensis 1742)
6. Die Kuppelbilder
Die Kuppelbilder zeigen -wie schon beschrieben - die 4 Erdteile. Im oberen Bildrand eines jeden Bildes sehen wir ein Marienmonogramm, das Maria als Beschützerin der Erde versinnbildlicht. Das Gemälde in der Laterne zeigt Mariä Himmelfahrt (Maria ist die Patronin des Prämonstratenserordens).
7. Gemälde an der Nordwand des linken Querschiffes
Thema: Der Hl. Augustinus übergibt Norbert die Ordensregeln. Die nicht signierten Gemälde stammen vermutlich von dem Augsburger Maler Mathäus Günther, der in Kirchenrechnungen des öfteren auftaucht.
c) Altäre:
Die 7 Altäre der Kirche sowie das Rahmenwerk der Pfeilerbilder sind aus Stuckmarmor.
1. Hochaltar - erbaut 1730
Stuckmarmor von Bildhauer und Stukkateur Melchior Paulus aus Mergentheim, geb. 1678 in Ellwangen.
Schnitzarbeit (Ornamentdekor und Skulpturen) von Bildhauer Johann Georg Paulus, einem Bruder des vorgenannten Bildhauers.
Im oberen Teil des Hochaltares sehen wir die Darstellung der Heiligen Dreifaltigkeit. Oben Gott Vater mit Zepter und Weltkugel, in der Mitte als Taube der Heilige Geist und im Mittelpunkt Jesus Christus in der Gestalt des Brotes, in der Monstranz. Umrahmt wird die Heilige Dreifaltigkeit durch Wolkenkränze, Engelsputten und Engelsköpfen sowie stehende und kniende, das Allerheiligste anbetende Engelsskulpturen (Cherubim).
Auf den Segmentgiebeln des Altaraufsatzes zwei lebensgroße Skulpturen, links mit Herz der HI. Augustinus, rechts mit Doppelkreuzstab der Hl. Norbert. Zwischen den Säulen Engelsputten, die ursprünglich Blumengirlanden in den Händen hielten. Bei der Renovierung 1870/71 wurde der Hochaltar, da viele Teile stark verwurmt waren, einiger Ornamente beraubt (Girlanden zwischen den Säulenpaaren, Ornamentgehänge unterhalb der Kapitelle an den Säulen, Ornamentflankenwerk am Altaraufsatz usw.).
Der Mittelpunkt des Altares zeigt ein Altarblatt (Öl auf Leinwand), das je nach Hoch- fest ausgewechselt wird. Solch einen Altar nennt man auch wandelbarer Altar. Der Begriff Wandelaltar stammt aus dem gotischen und wird speziell für den aufklappbaren oder verschließbaren Flügelaltar verwendet. Im 18. Jh. ist der Begriff zum Teil zutreffend, da im Gerlachsheimer Hochaltar das jeweilige Festgeheimnis, in kulissenartig auswechselbaren Altarbildern veranschaulicht wird (Auswechslung durch bühnentechnische Vorrichtung des 18. Jh.).
Wie vorgenannt gibt es insgesamt 5 Gemälde zum auswechseln für den Hochaltar (alle Gemälde Öl auf Leinwand).
a) Auferstehung - Maler Johann Zick 1754
b) Maria Himmelfahrt - Maler Anton Birrot, Mergentheim 1739
c) Weihnacht - Maler Anton Birrot, Mergentheim 1739
d) Kreuzabnahme
e) Hl. Maria reicht Norbert das Ordenskleid - Maler Fra. Asam pinx 1758 Zwischen den Säulen auf der Predella stehend 4 überlebendsgroße Heilige des Prämonstratenserordens
von links:Hl. Bronislawa (Palme, Kreuz, Löwenkopf am Fuß)
Hl. Adrian (Palme als Zeichen des Märtyrer, Tiara und
Messbuch)
Hl. Jakob Lakop (Kelch und Messbuch)
Hl. Gertrud (Palme und Ordensrolle bzw. Ordenssatzungen) Tabernakel - ein Werk eines Kunstschreiners aus Würzburg. Tabernakel mit sehr schöner Intarsiaarbeit und 3 in sich drehende Trommeln. Eine Seite mit Intarsia, eine Seite mit Reliquienschreine und die dritte Seite mit versilberten Baldachinen. Im Antependium ein Ölgemälde mit der Darstellung des Abendmahles. Alle Inkarnate und größtenteils der Vergoldung und Versilberung aus dem 18. Jh.
2. Kreuzaltar (linker Seitenaltar - Vierung) - erbaut 1739
Stuckmarmor ein Werk des Altarbauers und Marmoriers Johann Peter Schaidthauf aus Raisting Ammersee 1739
Schnitzarbeit und Ornamente von Bildhauer Anton Grimmbach geb. 17. November 1708 in Bühlertann bei Ellwangen
Anton Grimmbach war Schüler des Ellwanger Stiftsbildhauers und Stukkateurs Melchior Paulus
Grimmbach übernahm von dessen Bruder Johann Georg Paulus (Holzbildhauer) 1732 dessen Werkstatt
Skulpturen von Bildhauer und Maler Anton Birrot aus Mergentheim 1739
Der Kreuzaltar - früher auch Pfarraltar - mit Tabernakel. Altarbekrönung mit Wappen von Abt Georg Fasel, flankiert von 2 Engelsputten. Im Altaraufsatz ein Leinwandgemälde mit der Anbetung des Kreuzes durch den Hl. Norbert. Links und rechts des Altaraufsatzbildes auf Voluten sitzend 2 Engelsfiguren mit den Leidenswerkzeugen in den Händen.
Das Altarblatt (Öl auf Leinwand) zeigt Christus am Kreuz. Unter dem Kreuz Maria Magdalena (Gemälde von Josef Gru Veronensis fecit 1741). Vor dem Kreuzbild, zwischen Säulenpaaren stehend links als Skulptur Mutter Maria und rechts Johannes. Abdeckplatte der Mensa in Intarsia.
3. Marienaltar (rechter Seitenaltar - Vierung)
Stuckmarmor - Johann Peter Schaidthauf 1739Schnitzarbeit - Anton Grimmbach 1740
Altaraufsatz - Wappen von Abt Georg Fasel
Aufsatzbild (Öl auf Leinwand) zeigt die Überreichung des Skapuliers durch Maria an Simon Stock.
Altarblatt zeigt Maria Immaculata. Anstatt des Tabernakels des Kreuzaltares birgt der Marienaltar die große Relique des Hl. Clemens des Märtyrers in einem gläsernen Sarkophag. Diese große Reliquie (wir finden sie nur in Klosterkirchen.) wurde 1737 in den Katakomben in Rom enthoben und in einer feierlichen Prozession über Oberzell am 10.09.1740 nach Gerlachsheim überführt.
Das Altarblatt flankieren zwei Engelsskulpturen, links Hl. Michael, rechts Schutzengel. Altarblatt und Skulturen von Anton Birrot, Mergentheim 1739.
4. Josefaltar - linkes Querschiff
Stuckmarmor von Peter Schaidthauf, 1739
Schnitzarbeit (Wappen von Abt Georg Fasel) von Anton Grimmbach Skulptur des Hl. Josef von Ferdinand Tietz, Würzburg
5. Sebastianusaltar - rechtes Querschiff (1742)
Künstler bzw. Bildhauer wie Kreuzaltar. Der Hl. Sebastian von Ferdinand Tietz zählt, neben den Sandsteinskulpturen an der Westfassade, zu den bedeutendsten Kunstwerken der Gerlachsheimer Kirche.
6. Hermann-Josef-Altar (mit Tabernakel)
linker Vierungspfeiler (Hauptschiff)
Stuckmarmor Peter Schaidthauff (1740)
Schnitzwerk und Wappen des Abtes Georg Fasel von Anton Grimmbach (1740)' Altarblatt (Maler unbekannt) zeigt auf Leinwand das Thema: "Hl. Maria steckt Hermann Josef den Bischofsring an den Finger".
Antependiumbild zeigt das schlafende Jesuskind auf dem Kreuzbalken in Vorahnung dessen, was er später zu erleiden hat.
7. Familienaltar auch Volksaltar genannt (rechter Vierungspfeiler - Hauptschiff) Stuckmarmor Peter Schaidthauf (1740)
Schnitzwerk und Wappen des Abtes Georg Fasel von Anton Grimmbach (1740) Das Altarblatt stellt die Eltern Marias, Mutter Anna und Hl. Joachim dar, wie Mutter Anna die spätere Gottesmutter Maria die Heilige Schrift lehrt. Maler ist Josef Gru (nicht signiert), der sich in der Gestalt des Hl. Joachim selbst darstellt. Das Antependiumbild zeigt den Hl. Josef, das Jesuskind und Johannes den Täufer.8. Zelebrationsaltar
ein Werk des Karlsruher Bildhauer Frido Lehr (1990)
Der konkave Stipes des Altares zeigt ein rings umlaufendes anpoliertes Bronceornamentband, worüber dann die elliptische Altarplatte sich anschließt.
Altarleuchter und Ambonen ebenso von Frido Lehr.
d) Pfeilerbilder:
Stuckrahmenwerk Peter Schaidthauf (1740)
Schnitzerei Anton Grimmbach (1740)
Gemälde (Öl auf Leinwand) - Maler unbekannt - zeigt von links nach rechts beginnend an der Kanzel:
Schmerzhafte Muttergottes von Steinbach
Judas Thaddäus
Hl. Abt von Gilbert
Hl. Gottfried von Kappenberg
Jesus am Ölberg
Blutwunder
e) Einzelgemälde:
linke Empore (Querschiff):
Anbetung des Kreuzes durch Hl. Norbert und Prämonstratenser rechter Balkon (Querschiff):
Hl. Aloisius von Gonzaga
Wand - Eingang zur Grotte:
Stahlstich des Prämonstratenserstammbaumes
Grotte (ehemaliger Kreuzgang):
Hl. Norbert bei der Krankenkommunion
rechtes Seitenschiff/Querschiff:
Hl. Urban
f) Kreuzwegstationen:
Maler H. Wolbert, Würzburg (1767)
Rahmen Laienbruder Johann Donatus Buchler
g) Chorgestühl:
1730 als einfaches Chorgestühl (Eiche) geschaffen
Das Chorgestühl mit geschnitzten Reliefs (Zyklus Leben Jesu Christi) und Füllungen, Ornamenten und Lisensen. Ein Werk des Laienbruders Johann Donatus Buchler von 1750. Nach alten Unterlagen besaß das Chorgestühl noch ornamentale Aufsätze mit Wappen der Äbte, Engelsputten etc. Wann diese Aufsätze mit Wappen der Äbte, Engelsputten etc. abgenommen wurden, ist nicht belegt. Das Chorgestühl wurde öfters umgebaut und verändert. Der Beweis liegt an dem Abt bzw. Priorsitz, der heute an die Seitenaltäre angrenzt und nicht, wie üblich, dem Allerheiligsten (Tabernakel) am nächsten ist.
Die jetzige freigelegte Erstfassung (gemalte Intarsia) von Maler Christian Friedrich aus Gerchsheim (1753).
h) Kanzel:
Die Kanzel ist ein Meisterwerk eines unbekannten Würzburger Hofbildhauers aus dem Jahre 1788. An dem Kanzelcorpus die 4 Evangelisten. Auf dem Schalldeckel Engelsskulpturen mit den Attributen Glaube, Liebe, Hoffnung. Die jetzige Kanzel ist die dritte Kanzel der Gerlachsheimer Kirche. Die erste Kanzel (Barock) wurde 1753, da sie dem damaligen Abt zu wuchtig erschien, an die Kirche Dittigheim verkauft. Die zweite Kanzel (Spätbarock) wurde 1788 an die damalige Filialkirche Kützbrunn verschenkt.
i) Die Orgeln:
Auf der Westseite der Kirche sehen wir eine der schönsten Barockorgeln Süddeutschlands. Ein Werk des Würzburger Hoforgelmachers Johann Phillip Seuffert (1693 - 1780) ein Schüler des Hoforgelmachers Johann Phillip Seuffert (1693 - 1780) ein Schüler des Hoforgelmachers Johann Hoffmann von 1731. Die heutige Orgel war die Hauptorgel der Kirche, die nur an Hochfesten gespielt wurde. Die barocke Erstfassung wurde 1984/85 freigelegt, konserviert und restauriert. Auf den Orgelemporen im Querschiff standen früher kleinere Orgeln (ebensfalls von Seuffert). Auf der linken Empore eine Orgel des Klosters, die vermutlich zur Einweihung 1730 bereits stand. Diese Orgel wurde 1837 nach Zimmern bei Marktheidenfeld (Bayern) verkauft. Die Orgel auf der rechten Empore (Pfarrorgel) wurde 1852 an eine benachbarte Pfarrei verschenkt.
j) Windfang:
Unbekanntes Werk eines Würzburger Bildhauers von 1738.
k) Der Kirchenschatz:
Das Kloster besaß im 18. Jh. reiche Schätze an Gold- und Silberschmiedearbeiten.. Nach der Säkularisation wurden Kelche, Monstranzen, wertvolle Gobelin und Messgewänder an umliegende Pfarreien verkauft. Die Gerlachsheimer Pfarrgemeinde besitzt heute neben schönen goldenen Kelchen, 2 schöne in Gold und Silber getriebene Monstranzen. Leuchter und Kreuze der Augsburger Schule sowie wertvolle mit Gold- und Silberstickereien versehene Messgewänder. Das wertvollste Kleinod des Kirchenschatzes jedoch ist die "Reliquie des Hl. Kreuzes" (ein größeres Stück Holz des Hl. Kreuzes - mit Papsturkunde belegt) in einem aus Silberblech getriebenem Reliqienschrein.
l) Taufstein (rechtes Querschiff):
DerTaufstein (13. Jh.) ist das einzige heute sichtbare Überbleibsel der gotischenVorgängerkirche. Bei den Renovierungsarbeiten 1976 konnten an den Vierungspfeilern und Wandscheiben Reste von Kapitellen, Säulen und Mauersteinen mit Bemalung festgestellt werden.
Aus: Richard Bronold, Die Kloster- und Pfarrkirche Hl. Kreuz, Festschrift zur Einweihung des neuen Altars in der katholischen Pfarrkirche Heilig-Kreuz in Gerlachsheim am 9. September 1990, Lauda-Königshofen: 1990, 50-60.
Die Glocken in Gerlachsheim
Sie können die Glocken der Gerlachsheimer Kirche anhören, wenn Sie auf die Glocke klicken.




















