Hl. Grab Kapelle

 
Die Wurzeln des Baus reichen bis ins 13. Jh. zurück. Allerdings finden sich nur geringe Reste aus dieser Zeit, wie die Sakristei und die zugesetzten Fenster in der äußeren Chorwand. Die heutige Kapelle stammt aus den Jahren 1682/1683. Zuletzt wurde die Kapelle im Jahr 2008 renoviert.
 
 
 
 
 
 
 
Die problematische Ursprungsgeschichte der Kapelle zeigt ein aus dem späten 17. Jahrhundert stammendes Votivbild. Es stellt einen angeblich in Lauda geschehenen und durch einen Juden in Auftrag gegebenen Hostienfrevel dar. Dieses Geschehen entspricht in vieler Hinsicht dem gängigen Typus der seit dem Ende des 13. Jahrhunderts sich rasch gerade im fränkischen Raum verbreitenden Anschuldigungen gegen Juden. Verfolgungen und Mordaktionen in vielen Städten waren die Folge. Auch die Laudaer Juden blieben davon nicht verschont.
 
 
1987 hatte man das Bild aus Kapelle entfernt. Dadurch präsentierte sie sich optisch als ein neutraler Ort und nicht als einer der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Diese vor Ort möglich zu machen ist das Anliegen des neuen, durch Architekt Hanno Roters vom Erzb. Bauamt in Heidelberg konzipierten musealen Eingangsbereichs der Kapelle. Hier wird das alte Bild in einer modernen Fassung präsentiert und in Gegenüberstellung zu einer zeitgenössischen künstlerischen Antwort von Michael Salomon. Von Bild zu Bild entsteht so eine spannungsvolle Auseinandersetzung, die den Betrachter einlädt, sich seine eigenen Gedanken zu den Folgen der Geschichte zu machen, die hinter dem Bau der Kapelle steht. Weitere Informationen finden Sie in dieser Datei: 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Von der weiteren Ausstattung sind zu erwähnen der Hochaltar mit dem Bild "Christus und die zwölf Apostel beim Abendmahl" von 1683 sowie der klassizistische Tabernakel mit Anbetungsengeln. Reliquienschrein aus dem 19. Jahrhundert. An der Nordwand der Kirche findet sich eine Pietà aus der Zeit um 1500. Auf der gegenüberliegenden Wand ist eine Vierzehn-Nothelfer Tafel mit dem Christuskind angebracht, die ins 17. Jh. zu datieren ist. Im neuen musealen Eingangsbereich befindet sich auch ein Tafelgemälde aus dem späten 17. Jh., das eine Kopie von Rubens' Gemälde, "Der Zinsgroschen" ist.