
Benefizkonzert zur Laudaer Orgelsanierung
20.10.2025 |
Virtuose Töne und feine Nuancen in St. Jakobus
Unter dem Titel „Klangfarben im Herbst“ erklang am Sonntagabend in der Stadtkirche St. Jakobus ein stimmungsvolles Benefizkonzert für Violine und Orgel. Die Musiker Valentina Kerschbaum (Violine) und Lukas Kohler (Orgel) spannten dabei einen weiten Bogen durch verschiedene Epochen und Klangwelten – von barocker Eleganz bis hin zu romantischer Ausdruckskraft.
Das Besondere dabei: Damit das Publikum das Zusammenspiel auf der Orgelempore hautnah miterleben konnte, wurde das Spiel der beiden Musiker per Live-Übertragung auf eine Leinwand im Altarraum projiziert – eine gelungene Lösung, die für zusätzliche Nähe sorgte und das Konzert auch visuell zu einem besonderen Erlebnis machte.
Das einstündige Programm eröffnete mit einer Siciliana von Giovanni Battista Pergolesi, deren zarte Melodik Kerschbaum mit feinem Ton und stilistischer Klarheit gestaltete. Es folgte eine Sonate in C-Dur von Jean-Baptiste Loeillet, die in ihrem kammermusikalischen Dialog zwischen Violine und Orgel überzeugte. Besinnlich erklang anschließend die Sinfonia aus der Kantate BWV 156 von Johann Sebastian Bach, deren innige Melodie auf der Violine wunderbar getragen wurde. In der D-Dur-Violinsonate von Georg Friedrich Händel entfaltete sich sodann barocke Spielfreude in glanzvoller Virtuosität. Mit dem Präludium und der Fuge e-Moll BWV 533 stellte Lukas Kohler die Steinmeyer-Orgel auch solistisch vor – klar strukturiert, kraftvoll im Pedal und sensibel phrasiert. Einen klanglich reizvollen Kontrast bildete darauf die Cantilena des dänischen Komponisten Frederik Matthison-Hansen, die in schwebender Ruhe und warmem Farbenspiel erklang. Besonderen Eindruck hinterließ die Allemande aus der Partita d-Moll BWV 1004 von Johann Sebastian Bach, in der Valentina Kerschbaum solistisch brillierte und die Ausdruckskraft des Werkes eindrucksvoll zum Leuchten brachte. Mit einem Satz aus der Violinsonate D-Dur von Jean-Marie Leclair führten die Musiker diesen barocken Spannungsbogen gekonnt fort. Leclairs Musik, geprägt von französischer Eleganz und italienischem Temperament, erhielt eine lebendige, tänzerische Leichtigkeit, die den stilistischen Reichtum des Programms abrundete. Zum Abschluss erklang Edward Elgars „Salut d’amour“, das von den beiden Musikern mit romantisch-warmem Ton und gefühlvollem Ausdruck musiziert wurde. Hier verbanden sich die lyrische Strahlkraft der Violine und die schwebend-farbige Klangfülle der Orgel zu einem harmonischen Ganzen, das den Kirchenraum in sanftem Glanz erstrahlen ließ. Zwischen den Musikstücken lud Gemeindereferentin Patricia Merkel mit zwei kurzen Impulsen zum Innehalten und Nachdenken über den Herbst als Zeit der Wandlung und Besinnung ein – eine gelungene Verbindung von Musik und Meditation.
Das Publikum dankte den beiden Musikern für diesen Abend voller Virtuosität, Sensibilität und klanglicher Vielfalt mit stehenden Ovationen. Für viele Besucher war es faszinierend zu beobachten, wie der Organist mit virtuoser Koordination die drei Manuale bediente und zugleich mit den Füßen die Pedale führte – ein Einblick, der sich nur selten bietet. Die Spenden aus dem Konzert kommen der geplanten Sanierung der Steinmeyer-Orgel in St. Jakobus zugute – ein Zeichen der Verbundenheit von Musik, Gemeinde und Engagement für die Zukunft dieses besonderen Instruments. Nach diesem guten Start wünschten sich viele Besucher nach den „Klangfarben im Herbst“ eine Fortsetzung im neuen Jahr.


