Kirchenentwicklung 2030 nimmt auch im Dekanat Tauberbischofsheim Fahrt auf
15.10.2021 |
Vergangene Woche kamen die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des katholischen Dekanats Tauberbischofsheim im Winfriedheim zu ihrer turnusgemäßen Dekanatskonferenz zusammen. In Abwesenheit von Dekan Gerhard Hauk, der zeitgleich auf Dekanen-konferenz in Freiburg weilte, leitete Dekanatsreferent Dr. Robert Koczy die Tagung. Nach dem geistlichen Impuls und einem Blick auf die personalen Veränderungen im Dekanat kam man zum Kernthema der heutigen Konferenz: Kirchenentwicklung 2030.
Zunächst brachte Dr. Koczy im Plenum nochmals alle Anwesenden auf den aktuellen Stand des Prozesses, demzufolge in einem mehrjährigen Prozess die derzeitigen zehn katholischen Kirchengemeinden im Dekanat Tauberbischofsheim bis 2025/26 zu zwei neuen Kirchengemeinden zusammengeführt werden sollen.
Bereits 2019 hatte Erzbischof Stephan Burger angekündigt, im Rahmen der Kirchenentwicklung 2030 die pfarrlichen Strukturen in der Erzdiözese Freiburg neu zu ordnen. In der Folge wurden auch im Dekanat Tauberbischofsheim mehrere Entwürfe zur Raumplanung diskutiert. Seit dem 1. März 2021 liegt nun der finale Entwurf zur Raumplanung für die insgesamt 36 neuen Pfarreien der Erzdiözese vor:
Für unseren Bereich folgte Erzbischof Stephan Burger den Mehrheitsvoten aus dem Dekanat und stimmte der Bildung von zwei Pfarreien neuen Typs zu. Die Pfarreien entsprechen den früheren Dekanaten Lauda und Tauberbischofsheim. So werden sich künftig im Süden die Seelsorgeeinheiten Boxberg-Ahorn, Grünsfeld-Wittighausen, Krautheim-Ravenstein-Assamstadt und Lauda-Königshofen zu einer Pfarrei zusammenfinden. Im Norden die Seelsorgeeinheiten Freudenberg, Großrinderfeld-Werbach, Külsheim-Bronnbach, Wertheim und Tauberbischofsheim. Formal wird der finale Entwurf der Raumplanung im Januar 2022 in Kraft gesetzt. Die neuen Pfarreien sind dann bis 2025/26 zu errichten.
Für die Koordinierung des Prozesses vor Ort hat der Erzbischof für jede neu zu errichtende Pfarrei zwei sogenannte „Lokale Prozesskoordinatoren“ eingesetzt: Dekanatsreferent Dr. Robert Koczy wird in beiden Bereichen gemeinsam mit den Pfarrern Stefan Märkl (für den Bereich Süd) und Thomas Holler (für den Bereich Nord), der ab September 2022 die Pfarrei von Tauberbischofsheim übernehmen wird, diese Aufgabe wahrnehmen.
Im Folgenden teilte sich die Konferenz gemäß dem zukünftigen regionalen Zuschnitt auf und die beiden Lokalen Projektkoordinatoren Pfarrer Stefan Märkl und Dr. Robert Koczy konnten nochmals gezielter auf die regen Nachfragen aus dem Auditorium eingehen und über erste Überlegungen, den Start des Prozesses betreffend, berichten.
So wird es eine der ersten Aufgaben sein, ein Team von Haupt- und Ehrenamtlichen auf die Beine zu stellen, das den Prozess vor Ort als „Projektleitung“ steuert und leitet. Hierbei werden die örtlichen Pfarrgemeinderäte und pastoralen Teams gebeten, zu überlegen, wer sie in dieser Steuerungsgruppe vertreten soll. Ferner wird sich der Dekanatsrat, der in der kommenden Woche tagt, mit der Frage auseinandersetzen, wie eine gute „Projektträgerschaft“ aussehen kann.
Insgesamt sind sich alle Beteiligten einig, dass es nicht nur um eine professionelle Umstrukturierung des Gemeindelebens gehen kann, sondern dass es ein geistlicher Prozess sein soll, auf den man sich gemeinsam mit den Gläubigen aller Gemeinden begeben will. So hat man sich im Bereich Süd bereits darauf verständigt, dass man – gewissermaßen als Startschuss - als ein erstes verbindendes Element in jeder der vier Teilgemeinden ab Anfang des neuen Jahres Veranstaltungen des gemeinsamen Gebets gestalten will, um die Gläubigen in den Prozess mit hineinzunehmen. Folgende Termine sind geplant:
16.1.22, 18.30 Uhr Berolzheim
20.3.22, 18.30 Uhr Grünsfeld
29.5.22, 18.30 Uhr Assamstadt
9.10.22, 18.30 Uhr Lauda
Im Bereich Nord stehen solche Konkretionen noch aus. Hier ist man – aufgrund der Verzögerungen bei der Bestimmung der Projektkoordinatoren - noch nicht so weit. Schon daran lässt sich ablesen, dass die Prozesse der beiden Teilbereiche auch zukünftig zwar parallel aber keineswegs identisch verlaufen werden.
Aber genau darum, so Robert Koczy, soll es ja gehen: „Jeweils vor Ort individuell und passend für alle Beteiligten, den gemeinsamen Weg zu gestalten.“ Handlungsleitend wird dabei zwar der Projektplan sein, der für die ganze Diözese abgestimmt und vorgegeben ist. Bei der Ausgestaltung gibt es jedoch große Freiheiten, die es zu nutzen gilt, damit das Neue möglichst gut zu den Erfordernissen vor Ort passt. Wir betreten hier Neuland. Es gilt, die Chancen des Neuen zu erkennen und zu nutzen und für Veränderung bereit sein.
In den folgenden Monaten wird es nun darauf ankommen, die Gemeinden vor Ort über den Prozess zu informieren, auf dem Laufenden zu halten und auch immer wieder an der Meinungsfindung zu beteiligen. Ein Anfang ist gemacht.