Johannisfeuer auf dem Ölberg

19.07.2024 |

In diesem Jahr wurde wieder einmal das Johannisfeuer der KjG Lauda veranstaltet. Viele Jugendliche und auch ältere Gemeindemitglieder fanden den Weg auf den Ölberg und nicht wie in den Jahren zuvor auf den Galgen. Das Fest begann mit einem geistlichen Impuls durch Pfarrer Stefan Märkl, mitgestaltet von Robert Koczy und Hubert Knötgen. Nachdem das Johannisfeuer zurückgebrannt war, wurden von den Gitarristen Robert Koczy, Siegfried Kemmer und Thorsten Geiger schöne Lagerlieder gespielt.

Der 24. Juni ist der Festtag von Johannes dem Täufer. Zu diesem Anlass werden auch in unserer Seelsorgeeinheit große Feuer entzündet und Feste gefeiert. Es ist kein Zufall, dass der Termin auf die Sommersonnenwende fällt, denn schon immer haben sich die Menschen an der Natur orientiert und besondere Übergänge gefeiert, sich um die Feuer versammelt, Geschichten erzählt und Lieder gesungen und Gemeinschaft gespürt.
 
Warum gerade das Fest von Johannes dem Täufer am 24. Juni, dem längsten Tag des Jahres - gefeiert wird, hat seine Wurzeln in der Bibel: Im Lukas-Evangelium heißt es, dass die Mütter von Jesus und Johannes, Maria und Elisabeth, verwandt waren. Beide Kinder, also Jesus und Johannes, waren besondere Kinder. Beide wurden durch einen Engel angekündigt. Der Evangelist Lukas schreibt in diesem Zusammenhang ausdrücklich, dass Elisabeth, die Mutter von Johannes, gerade im sechsten Monat schwanger war, als der Engel Gabriel zu Maria kam und die Geburt von Jesus ankündigte. Demnach ist Johannes genau ein halbes Jahr älter als Jesus. Als man später den Geburtstag von Jesus am 24. Dezember feierte, ergab sich der Termin für den Geburtstag von Johannes dem Täufer natürlich automatisch am 24. Juni. Da aber das Weihnachtsfest – der 24. Dezember – auf die Wintersonnenwende fiel oder besser, ganz bewusst auf das Fest des römischen Sonnengottes Sol gelegt wurde, wurde das Johannisfest damit automatisch auf die Sommersonnenwende gelegt.
 
Text: Hubert Knötgen