2021 - Jahr des heiligen Josef

Vom 8. Dezember 2020 bis zum 8. Dezember 2021 beging die weltweite katholische Kirche das von Papst Franziskus ausgerufene Josefsjahr.
 
Auch bei uns in der Seelsorgeeinheit geht nun das Josefsjahr zu Ende. Eine Predigtreihe in der Fastenzeit war genauso dabei wie zwei monatliche Rubriken im Pfarrblatt: „Wissenswertes zum Hl. Josef“ und jeweils ein Auszug aus dem Schreiben Patris corde. Eine Josefsfigur aus Beckstein machte sich mit Rucksack und Gebeten auf eine Rundreise durch die Kirchen der Seelsorgeeinheit, auch um die Anliegen der Menschen zu sammeln und ihnen tragen zu helfen. Am Christkönigsfest fand diese Reise ihren Abschluss, indem wir all die Anliegen und Gaben zum Altar brachten und sie dem Herrn, unserem Gott anvertraut haben. Möge der Hl. Josef auch weiterhin ein Vorbild, ein Beistand und ein himmlischer Freund für alle bleiben.
 
Mit dem Abschluss des Schreibens Patris corde von Papst Franziskus beschließen wir auch an dieser Stelle das Josefsjahr.
 
„Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter“ (Mt 2,13), sagt Gott zum heiligen Josef. Ziel dieses Apostolischen Schreibens ist es, die Liebe zu diesem großen Heiligen zu fördern und einen Anstoß zu geben, ihn um seine Fürsprache anzurufen und seine Tugenden und seine Tatkraft nachzuahmen. …
 
Die Heiligen helfen allen Gläubigen bei ihrem „Streben nach Heiligkeit und ihrem Stand entsprechender Vollkommenheit“. Ihr Leben ist ein konkreter Beweis dafür, dass es möglich ist, das Evangelium zu leben. Jesus hat gesagt: „Lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig“ (Mt 11,29); auch die Heiligen sind auf ihre Weise nachahmenswerte Vorbilder für das Leben. Der heilige Paulus ermahnte ausdrücklich dazu: „Haltet euch an mein Vorbild!“ (1 Kor 4,16). Der heilige Josef sagt dies durch sein beredtes Schweigen. Angesichts des Beispiels so vieler heiliger Männer und Frauen fragte sich der heilige Augustinus: „Du solltest es nicht vermögen wie diese Männer, diese Frauen?“ Und so gelangte er zur endgültigen Bekehrung und rief aus: „Spät hab ich dich geliebt, du Schönheit, ewig alt und ewig neu“.
 
So wollen wir nun vom heiligen Josef die Gnade aller Gnaden erflehen – unsere Bekehrung. Zu ihm lasst uns beten:
 
Sei gegrüßt, du Beschützer des Erlösers
und Bräutigam der Jungfrau Maria.
Dir hat Gott seinen Sohn anvertraut;
auf dich setzte Maria ihr Vertrauen;
bei dir ist Christus zum Mann herangewachsen.
O heiliger Josef, erweise dich auch uns als Vater,
und führe uns auf unserem Lebensweg.
Erwirke uns Gnade, Barmherzigkeit und Mut,
und beschütze uns vor allem Bösen. Amen“
 
Unsere Beiträge im Josefsjahr

Hl. Josef unterwegs durch die Seelsorgeeinheit

Von Mai bis November 2021 machte sich eine Figur des Hl. Josef, die normalerweise in der Sakristei in Beckstein steht, auf den Weg durch unsere Seelsorgeeinheit. In jeder unserer Kirchen hat sie Station gemacht und lud die Menschen ein, den Hl. Josef als Fürsprecher in allen Anliegen und Nöten zu besuchen. In einem kleinen Rucksack sammelten wir all diese Anliegen und brachten sie - mit dem Hl. Josef - zu Gott, unserem himmlischen Vater.
 
Die Reiseroute begann am 2. Mai bei der feierlichen Maiandacht zur Eröffnung des Marienmonats am Heckfelder Kirchlein. Die weiteren Stationen waren wie folgt:
 
 
  • 2. - 17. Mai Heckfeld, St. Vitus
  • 18. Mai - 1. Juni Marbach, St. Josef
  • 3. - 20. Juni Unterbalbach, St. Markus
  • 21. Juni - 5. Juli Deubach, St. Antonius
  • 6. - 20. Juli Oberlauda, St. Martin
  • 22. Juli - 29. August ist er zum Heimaturlaub in Beckstein, St. Kilian
  • 1. - 15. September Oberbalbach, St. Georg
  • 17. September - 1. Oktober Königshofen, St. Mauritius
  • 7. - 21. Oktober Messelhausen, St. Burkhard
  • 22. Oktober - 5. November Gerlachsheim, Hl. Kreuz
  • 7. - 21. November Lauda, St. Jakobus

Predigtreihe in den Sonntagsgottesdiensten

 
 
 

 

Papst Franziskus eröffnete im Dezember 2020 das Jahr des heiligen Josef mit den Worten:
„Anlässlich des 150. Jahrestages seiner Erhebung zum Patron der katholischen Kirche durch den seligen Pius IX. am 8. Dezember 1870 möchte ich daher – wie Jesus sagt – „mit dem Mund von dem sprechen, wovon das Herz überfließt« (vgl. Mt 12,34), einige persönliche Überlegungen zu dieser außergewöhnlichen Gestalt mit euch teilen, die einem jeden von uns menschlich so nahe ist.
 
Dieser Wunsch ist jetzt in den Monaten der Pandemie gereift. In dieser Krise konnten wir erleben, dass „unser Leben von gewöhnlichen Menschen – die gewöhnlich vergessen werden – gestaltet und erhalten wird, die weder in den Schlagzeilen der Zeitungen und Zeitschriften noch sonst im Rampenlicht der neuesten Show stehen, die aber heute zweifellos eine bedeutende Seite unserer Geschichte schreiben: Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger, Supermarktangestellte, Reinigungspersonal, Betreuungskräfte, Transporteure, Ordnungskräfte, ehrenamtliche Helfer, Priester, Ordensleute und viele, ja viele andere, die verstanden haben, dass niemand sich allein rettet. […]
 
Wie viele Menschen üben sich jeden Tag in Geduld und flößen Hoffnung ein und sind darauf bedacht, keine Panik zu verbreiten, sondern Mitverantwortung zu fördern. Wie viele Väter, Mütter, Großväter und Großmütter, Lehrerinnen und Lehrer zeigen unseren Kindern mit kleinen und alltäglichen Gesten, wie sie einer Krise begegnen und sie durchstehen können, indem sie ihre Gewohnheiten anpassen, den Blick aufrichten und zum Gebet anregen. Wie viele Menschen beten für das Wohl aller, spenden und setzen sich dafür ein.
 
Alle können im heiligen Josef, diesem unauffälligen Mann, diesem Menschen der täglichen, diskreten und verborgenen Gegenwart, einen Fürsprecher, Helfer und Führer in schwierigen Zeiten finden. Der heilige Josef erinnert uns daran, dass all jene, die scheinbar im Verborgenen oder in der „zweiten Reihe“ stehen, in der Heilsgeschichte eine unvergleichliche Hauptrolle spielen. Ihnen allen gebührt Dank und Anerkennung.

Im Eröffnungsschreiben zum Josefsjahr fasst Papst Franziskus die biblische Grundlage unseres Wissens über Josef zusammen: „Mit väterlichem Herzen liebte Josef Jesus, der in allen vier Evangelien „der Sohn Josefs“ genannt wird. Die beiden Evangelisten Matthäus und Lukas, die seine Gestalt herausgestellt haben, erzählen nicht viel, aber doch genug, dass deutlich wird, auf welche Weise Josef Vater war und welche Sendung ihm die Vorsehung anvertraut hatte.
 
Wir wissen, dass er ein einfacher Zimmermann war (vgl. Mt 13,55), der Verlobte Marias (vgl. Mt 1,18; Lk 1,27); er war „gerecht“ (Mt 1,19), allzeit bereit, Gottes Willen zu tun, der sich ihm im Gesetz (vgl. Lk 2, 22.27.39) und durch vier Träume (vgl. Mt 1,20; 2,13.19.22) kundtat. Nach einer langen und beschwerlichen Reise von Nazaret nach Betlehem war er zugegen, als der Messias in einem Stall geboren wurde, weil anderswo „kein Platz für sie war“ (Lk 2,7). Er war Zeuge der Anbetung der Hirten (vgl. Lk 2,8-20) und der Sterndeuter (vgl. Mt 2,1-12), welche das Volk Israel bzw. die Heidenvölker repräsentierten.
 
Er hatte den Mut, vor dem Gesetz die Rolle des Vaters Jesu zu übernehmen, und er gab ihm den vom Engel geoffenbarten Namen: „Ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen« (Mt 1,21). Einer Person oder einer Sache einen Namen zu geben bedeutete bei den alten Völkern bekanntlich die Erlangung einer Zugehörigkeit, so wie Adam es nach dem Bericht der Genesis tat (vgl. 2,19-20).
 
Gemeinsam mit Maria stellte Josef vierzig Tage nach der Geburt im Tempel das Kind dem Herrn dar und hörte mit Staunen die Prophezeiung des Simeon über Jesus und Maria (vgl. Lk 2,22-35). Um Jesus vor Herodes zu beschützen, hielt er sich als Fremder in Ägypten auf (vgl. Mt 2,13-18). Nach seiner Rückkehr in die Heimat lebte er in der Verborgenheit des kleinen unbekannten Dorfes Nazaret in Galiläa – von wo man sich keinen Propheten und auch sonst nichts Gutes erwartete (vgl. Joh 7,52; 1,46) – weit entfernt sowohl von Betlehem, seiner Geburtsstadt, als auch von Jerusalem, wo der Tempel stand. Als sie just auf einer Wallfahrt nach Jerusalem den zwölfjährigen Jesus verloren hatten, suchten Josef und Maria ihn voller Sorge und fanden ihn schließlich im Tempel wieder, wo er mit den Gesetzeslehrern diskutierte (vgl. Lk 2,41-50).
 
Nach Maria, der Mutter Gottes, nimmt kein Heiliger so viel Platz im päpstlichen Lehramt ein wie Josef, ihr Bräutigam. Meine Vorgänger haben die Botschaft, die in den wenigen von den Evangelien überlieferten Angaben enthalten ist, vertieft, um seine zentrale Rolle in der Heilsgeschichte deutlicher hervorzuheben. Der selige Pius IX. erklärte ihn zum „Patron der katholischen Kirche“, der ehrwürdige Diener Gottes Pius XII. ernannte ihn zum „Patron der Arbeiter“, und der heilige Johannes Paul II. bezeichnete ihn als „Beschützer des Erlösers“. Das gläubige Volk ruft ihn als Fürsprecher um eine gute Sterbestunde an.“

Am 1. Mai ist auch der Gedenktag „Josef, der Arbeiter“. Im Eröffnungsschreiben zum Josefsjahr spricht Papst Franziskus über Josef als Vater und Arbeiter: „Ein Aspekt, der den heiligen Josef auszeichnet und der seit der Zeit der ersten Sozialenzyklika Rerum novarum von Leo XIII. hervorgehoben wurde, ist sein Bezug zur Arbeit. Der heilige Josef war ein Zimmermann, der ehrlich arbeitete, um den Lebensunterhalt seiner Familie zu sichern. Von ihm lernte Jesus, welch ein Wert, welch eine Würde und welch eine Freude es bedeutet, das Brot zu essen, das die Frucht eigener Arbeit ist.
 
In dieser unserer Zeit, in der die Arbeit wieder zu einem dringenden sozialen Thema geworden zu sein scheint und die Arbeitslosigkeit manchmal drastische Ausmaße annimmt – auch in Ländern, in denen seit Jahrzehnten ein gewisser Wohlstand herrscht –, ist es notwendig, die Bedeutung einer Arbeit, die Würde verleiht, wieder ganz neu verstehen zu lernen. Unser Heiliger ist dafür Vorbild und Schutzpatron.
 
Die Arbeit wird zur Teilnahme am Erlösungswerk selbst, sie wird zu einer Gelegenheit, das Kommen des Reiches Gottes zu beschleunigen, das eigene Potential und die eigenen Qualitäten die eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten weiterzuentwickeln und sie in den Dienst der Gesellschaft und der Gemeinschaft zu stellen; die Arbeit wird nicht nur zu einer Gelegenheit der eigenen Verwirklichung, sondern vor allem auch für den ursprünglichen Kern der Gesellschaft, die Familie.
 
Eine von Arbeitslosigkeit betroffene Familie ist Schwierigkeiten, Spannungen, Brüchen, ja der verzweifelten und weiter in die Verzweiflung führenden Versuchung der Auflösung stärker ausgesetzt. Wie können wir über die Menschenwürde sprechen, ohne uns dafür einzusetzen, dass alle und jeder Einzelne eine Chance auf einen würdigen Lebensunterhalt haben?
 
Der Mensch, der arbeitet, egal welcher Aufgabe er nachgeht, arbeitet mit Gott selbst zusammen und wird ein wenig zu einem Schöpfer der Welt, die uns umgibt. Die Krise unserer Zeit, die eine wirtschaftliche, soziale, kulturelle und geistliche Krise ist, mag allen ein Aufruf sein, den Wert, die Bedeutung und die Notwendigkeit der Arbeit wieder neu zu entdecken, um eine neue „Normalität“ zu begründen, in der niemand ausgeschlossen ist. Die Arbeit des heiligen Josef erinnert uns daran, dass der menschgewordene Gott selbst die Arbeit nicht verschmähte. Die Arbeitslosigkeit, von der viele Brüder und Schwestern betroffen sind und die in jüngster Zeit aufgrund der Covid-19-Pandemie zugenommen hat, muss zum Anlass werden, unsere Prioritäten zu überprüfen.
 
Bitten wir den heiligen Josef, den Arbeiter, dass wir einmal verbindlich sagen können: Kein junger Mensch, keine Person, keine Familie ohne Arbeit!“


Der heilige Josef ist seit 1870 der Schutzpatron der Kirche und wird vom gläubigen Volk sehr verehrt. Sein Name ist in mehreren Litaneien zu finden, zum Beispiel in der „Allerheiligen-Litanei“ (Gotteslob 556) oder in der „Litanei für die Verstorbenen“ (Gotteslob 569). Es gibt sogar eine eigene „Litanei zum heiligen Josef“. Sie steht nicht im Gotteslob, sie ist unten abgedruckt. Menschen, die sie beten, bitten den heiligen Josef, er möge sie immer beschützen und für sie im Himmel beten. 
Die Litanei zum heiligen Josef ist ein liturgisches Wechselgebet mit Anrufungen aufgrund verschiedener Patronate und Tugenden des heiligen Josefs. Sie wurde 1909 vom heiligen Papst Pius X. für den liturgischen Gebrauch approbiert. 
In der Josefs-Litanei bekommt der Heilige wunderschöne Namen. Er heißt dort „Spiegel der Geduld“, „Stütze in Schwierigkeiten“, oder „Schrecken der bösen Geister“. Auch die wichtigsten und schönsten Eigenschaften des heiligen Josef werden in der Josefs-Litanei genannt. Er wird als „gerecht“ und „sorgsam“, „weise“ und „starkmütig“, „gehorsam“ und „getreu“ bezeichnet.

Sieben neue Anrufungen für Josefs-Litanei: Papst Franziskus hat zum 150. Jahrestag der Erhebung des heiligen Josef zum Schutzpatron der ganzen Kirche sieben neue Anrufungen für die Litanei zu Ehren des heiligen Josef hinzugefügt.
 
Die neuen zusätzlichen Anrufungen des heiligen Josef in der Litanei lauten:
  • Beschützer des Erlösers
  • Diener Christi
  • Diener des Heils
  • Stütze in Schwierigkeiten
  • Patron der Verbannten
  • Patron der Bedrängten
  • Patron der Armen
Hintergrund ist das Apostolische Schreiben Patris corde von Papst Franziskus, welches er anlässlich des Josefjahr veröffentlicht hat. Darin gehe es darum, „die Liebe zu diesem großen Heiligen zu fördern und einen Anstoß zu geben, ihn um seine Fürsprache anzurufen und seine Tugenden und seine Tatkraft nachzuahmen“, wie es im Brief der vatikanischen Kongregation heißt. Der Brief ist von Erzbischof Arthur Roche, dem Sekretär der Kongregation und P. Corrado Maggioni, dem Untersekretär unterzeichnet.
 
Die (erneuerte) Litanei zum heiligen Josef
 
V/A Herr, erbarme dich unser.
V/A Christus, erbarme dich unser.
V/A Herr, erbarme dich unser.
 
V Christus, höre uns.
A Christus, erhöre uns.
 
V Gott Vater im Himmel, A erbarme dich unser.
Gott Sohn, Erlöser der Welt
Gott, Heiliger Geist
Heiliger dreifaltiger Gott
 
Heilige Maria, A bitte für uns.
Heiliger Josef
Du erlauchter Spross Davids
Du Licht der Patriarchen
Du Bräutigam der Gottesmutter
 
Du Beschützer des Erlösers
Du keuscher Beschützer der allerseligsten Jungfrau
Du Nährvater des Sohnes Gottes
Du sorgsamer Beschirmer Christi
Du Diener Christi
Du Diener des Heils
Du Haupt der Heiligen Familie
 
Du gerechter Josef
Du keuscher Josef
Du weiser Josef
Du starkmütiger Josef
Du gehorsamer Josef
Du getreuer Josef
 
Du Spiegel der Geduld
Du Freund der Armut
Du Vorbild der Arbeiter
 
Du Zierde des häuslichen Lebens
Du Beschützer der Jungfrauen
Du Stütze der Familien
Du Stütze in Schwierigkeiten
Du Trost der Bedrängten
Du Hoffnung der Kranken
 
Du Patron der Verbannten
Du Patron der Bedrängten
Du Patron der Armen
Du Patron der Sterbenden
Du Schrecken der bösen Geister
Du Schutzherr der heiligen Kirche
 
V Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt,
A verschone uns, o Herr.
V Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt,
A erhöre uns, o Herr.
V Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt,
A erbarme dich unser.
 
V Er hat ihn bestellt zum Herrn seines Hauses
A und zum Verwalter seines Besitzes.
 
V Lasset uns beten. Gott, du hast in deiner wunderbaren Vorsehung den heiligen Josef zum Bräutigam deiner heiligsten Mutter erkoren. Wir bitten dich, lass uns im Himmel den zum Anwalt haben, den wir auf Erden als unseren Beschützer ver-ehren, der du lebst und herrschest in alle Ewigkeit.
 
A Amen.

Im Eröffnungsschreiben zum Josefsjahr spricht Papst Franziskus über Josef als einem geliebten Heiligen für viele Menschen: „Die Bedeutung des heiligen Josef besteht darin, dass er der Bräutigam Marias und der Nährvater Jesu war. Als solcher stellte er sich in den Dienst des „allgemeinen Erlösungswerks“, wie der heilige Johannes Chrysostomus sagt. (…)
 
Aufgrund … seiner Rolle in der Heilsgeschichte wurde der heilige Josef zu einem Vater, der von den Christen seit jeher geliebt wurde. Dies sieht man daran, dass ihm weltweit zahlreiche Kirchen geweiht wurden, dass viele Ordensgemeinschaften, Bruderschaften und kirchliche Gruppen von seinem Geist inspiriert sind und seinen Namen tragen und dass ihm zu Ehren seit Jahrhunderten verschiedene religiöse Bräuche gewidmet sind.
 
Viele heilige Männer und Frauen verehrten ihn leidenschaftlich, wie etwa Theresia von Avila, die ihn zu ihrem Anwalt und Fürsprecher erkoren hatte, sich ihm vielfach anvertraute und alle Gnaden erhielt, die sie von ihm erbat; ermutigt durch ihre eigene Erfahrung, brachte die Heilige auch andere dazu, ihn zu verehren.
 
In jedem Gebetbuch finden sich einige Gebete zum heiligen Josef. Jeden Mittwoch und vor allem während des gesamten Monats März, der traditionell ihm gewidmet ist, werden besondere Bittgebete an ihn gerichtet.
 
Das Vertrauen des Volkes in den heiligen Josef ist in dem Ausdruck „Ite ad Joseph“ zusammengefasst, der sich auf die Zeit der Hungersnot in Ägypten bezieht, als das Volk den Pharao um Brot bat und er antwortete: »Geht zu Josef! Tut, was er euch sagt!“ (Gen 41,55). Das war Josef, der Sohn Jakobs, der aus Neid von seinen Brüdern verkauft wurde (vgl. Gen 37,11-28) und der – nach der biblischen Erzählung – später Vizekönig von Ägypten wurde (vgl. Gen 41,41-44).
 
Als Nachkomme Davids (vgl. Mt 1,16.20), aus dessen Wurzel Jesus als Spross hervorgehen sollte, wie der Prophet Natan David verheißen hatte (vgl. 2 Sam 7), und als Bräutigam der Maria von Nazareth stellt der heilige Josef eine Verbindung zwischen dem Alten und dem Neuen Testament dar.“
 
Fürbitten, gefunden von Werner Moll, Unterbalbach: Hl. Josef, du hast für Jesus Sorge getragen, du hat ihn gepflegt und geschützt, obwohl du vieles nicht verstanden hast. Deine Liebe zu Jesus hat Früchte getragen. Darum rufen wir:
 
  • Heiliger Josef, du Schutzherr der Kirche, mit dir rufen wir zu Gott: Schütze und bewahre alle, die für deine Kirche Entscheidungen zu treffen haben. Leite die Bischöfe, Priester, Seelsorger und alle Gläubigen auf ihrem Weg.
  • Heiliger Josef, du Beschützer für Familien, mit dir rufen wir zu Gott: Beschütze unsere Familien. Schenke uns gegenseitige Liebe und Frieden und hilf uns in all unseren Ängsten, Nöten und Sorgen.
  • Heiliger Josef, du Vorbild und Beschützer der Arbeiter, mit dir rufen wir zu Gott: Sei bei denen, die in diesen Tagen an viel zu hoher Arbeitsbelastung leiden: Bei den Ärzten und Pflegekräften, bei Verkäufern, den Einsatzkräften in den Rettungsdiensten und allen, die sich bemühen, unsere Versorgung aufrecht zu erhalten.
  • Heiliger Josef, du Beschützer der Jungfrauen, Witwen und Waisen, mit dir rufen wir zu Gott: Sei bei allen, die alleine sind und darunter leiden. Sei bei allen, denen die Vorstellung Angst macht, im Moment auf gemeinschaftliches Miteinander verzichten zu müssen.
  • Heiliger Josef, du Schutzpatron der Sterbenden, mit dir rufen wir zu Gott: Sei bei den Sterbenden und bei denen, die sie im Sterben begleiten. Sei aber auch bei allen Kranken und bei denen, die ihnen beistehen.
Im Vertrauen darauf, dass dir Jesus keine Bitte abschlägt, bitte für uns, Heiliger Josef. Amen.

Im Eröffnungsschreiben zum Josefsjahr spricht Papst Franziskus über Josef als dem Vater im Erbarmen.
 
„Josef erlebte mit, wie Jesus heranwuchs und Tag für Tag an Weisheit zunahm und bei Gott und den Menschen Gefallen fand (vgl. Lk 2,52). Wie es der Herr mit Israel tat, so brachte Josef Jesus das Gehen bei und nahm ihn auf seine Arme. Er war für ihn wie ein Vater, der sein Kind an seine Wange hebt, sich ihm zuneigt und ihm zu essen gibt (vgl. Hos 11,3-4).
 
Jesus erlebte an Josef Gottes Barmherzigkeit: »Wie ein Vater sich seiner Kinder erbarmt, so erbarmt sich der Herr über alle, die ihn fürchten“ (Ps 103,13). Sicher wird Josef in der Synagoge während des Psalmengebets wiederholt gehört haben, dass der Gott Israels ein barmherziger Gott ist, der gut zu allen ist und dessen Erbarmen über all seinen Werken waltet (vgl. Ps 145,9).
 
Die Heilsgeschichte erfüllt sich „gegen alle Hoffnung […] voll Hoffnung« (Röm 4,18) durch unsere Schwachheit hindurch. Allzu oft denken wir, dass Gott sich nur auf unsere guten und starken Seiten verlässt, während sich in Wirklichkeit die meisten seiner Pläne durch und trotz unserer Schwachheit realisieren. Eben das lässt den heiligen Paulus sagen: „Damit ich mich wegen der einzigartigen Offenbarungen nicht überhebe, wurde mir ein Stachel ins Fleisch gestoßen: ein Bote Satans, der mich mit Fäusten schlagen soll, damit ich mich nicht überhebe. Dreimal habe ich den Herrn angefleht, dass dieser Bote Satans von mir ablasse. Er aber antwortete mir: Meine Gnade genügt dir; denn die Kraft wird in der Schwachheit vollendet“ (2 Kor 12,7-9).
 
Wenn dies die Perspektive der Heilsökonomie ist, müssen wir lernen, unsere Schwachheit mit tiefem Erbarmen anzunehmen. Der Böse lässt uns verächtlich auf unsere Schwachheit blicken, während der Heilige Geist sie voll Erbarmen ans Tageslicht bringt. Die Sanftmut ist der beste Weg, um mit dem Schwachen in uns umzugehen. (…)
 
Auch durch Josefs Besorgnis hindurch verwirklicht sich der Wille Gottes, seine Geschichte, sein Plan. So lehrt uns Josef, dass der Glaube an Gott auch bedeutet, daran zu glauben, dass dieser selbst durch unsere Ängste, unsere Zerbrechlichkeit und unsere Schwäche wirken kann. Und er lehrt uns, dass wir uns inmitten der Stürme des Lebens nicht davor fürchten müssen, das Ruder unseres Bootes Gott zu überlassen. Manchmal wollen wir alles kontrollieren, aber er hat alles wesentlich umfassender im Blick.“
 

Im Eröffnungsschreiben zum Josefsjahr spricht Papst Franziskus über Josef auch als dem Vater im Gehorsam.
 
„Wie Gott Maria seinen Heilsplan offenbarte, so offenbarte er ihn auch Josef; er tat dies durch Träume, die in der Bibel, wie bei allen alten Völkern, als einer der Wege angesehen wurden, durch die Gott seinen Willen kundtut.
 
Josef ist angesichts der unerklärlichen Schwangerschaft Marias sehr besorgt: Er will sie nicht öffentlich „bloßstellen“, sondern beschließt, „sich in aller Stille von ihr zu trennen“ (Mt 1,19). Im ersten Traum hilft ihm der Engel, einen Ausweg aus seinem ernsten Dilemma zu finden: „Fürchte dich nicht, Maria, als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen“ (Mt 1,20-21). Unverzüglich erfolgte seine Antwort: „Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte“ (Mt 1,24). Im Gehorsam überwand er sein Dilemma und rettete Maria. (…)
 
Der heilige Lukas legt insbesondere Wert darauf mitzuteilen, dass die Eltern Jesu alle Vorschriften des Gesetzes einhielten: die Riten der Beschneidung Jesu, der Reinigung Marias nach der Geburt und der Darbringung des Erstgeborenen an Gott (vgl. 2,21-24). In jeder Lebenslage vermochte Josef, sein „fiat“ zu sprechen, wie Maria bei der Verkündigung und Jesus in Getsemani. Als Familienoberhaupt brachte Josef Jesus bei, seinen Eltern zu gehorchen (vgl. Lk 2,51), wie es dem Gebot Gottes entspricht (vgl. Ex 20,12).
 
In der Verborgenheit von Nazaret, in der Schule Josefs, lernte Jesus, den Willen des Vaters zu tun. Dieser Wille wurde zu seiner täglichen Speise (vgl. Joh 4,34). Auch im schwierigsten Augenblick seines Lebens, in Getsemani, zog er es vor, den Willen des Vaters zu tun und nicht seinen eigenen und er war „gehorsam bis zum Tod [...] am Kreuz« (Phil 2,8). Aus diesem Grund kommt der Verfasser des Hebräerbriefes zu dem Schluss, dass Jesus »durch das, was er gelitten hat, den Gehorsam gelernt“ hat (5,8).
 
All diese Ereignisse zeigen: Josef war „von Gott dazu berufen, durch die Ausübung seiner Vaterschaft unmittelbar der Person und Sendung Jesu zu dienen: Auf diese Weise wirkt er in der Fülle der Zeit an dem großen Geheimnis der Erlösung mit und ist tatsächlich Diener des Heils“.
 

Im Eröffnungsschreiben zum Josefsjahr spricht Papst Franziskus über Josef auch als dem Vater im Annehmen.
 
„Oft geschehen in unserem Leben Dinge, deren Bedeutung wir nicht verstehen. Unsere erste Reaktion ist oft die der Enttäuschung und des Widerstandes. Josef lässt seine Überlegungen beiseite, um dem Raum zu geben, was geschieht. Wie rätselhaft es ihm auch erscheinen mag, er nimmt es an, übernimmt Verantwortung dafür und versöhnt sich mit seiner eigenen Geschichte. Wenn wir uns nicht mit unserer Geschichte versöhnen, werden wir auch nicht in der Lage sein, den nächsten Schritt zu tun, denn dann bleiben wir immer eine Geisel unserer Erwartungen und der daraus resultierenden Enttäuschungen.
 
Das geistliche Leben, das Josef uns zeigt, ist nicht ein Weg, der erklärt, sondern ein Weg, der annimmt. Nur von dieser Annahme her, von dieser Versöhnung her können wir auch eine größere Geschichte, einen tieferen Sinn erahnen. Es scheint wie ein Widerhall der leidenschaftlichen Worte Ijobs, der auf die Forderung seiner Frau, sich gegen all das Böse aufzulehnen, das ihm widerfährt, antwortet: „Nehmen wir das Gute an von Gott, sollen wir dann nicht auch das Böse annehmen?“ (Ijob 2,10).
 
Josef ist kein passiv resignierter Mann. Er ist ein mutiger und starker Protagonist. Die Fähigkeit, etwas annehmen zu können, ist eine Weise, wie sich die Gabe der Stärke, die vom Heiligen Geist kommt, in unserem Leben offenbart. Nur der Herr kann uns die Kraft geben, das Leben so anzunehmen, wie es ist, und selbst dem, was darin widersprüchlich, unerwartet oder enttäuschend ist, Raum zu geben.
 
Jesu Kommen in unsere Mitte ist ein Geschenk des Vaters, auf dass ein jeder sich mit seiner konkreten eigenen Geschichte versöhnen möge, auch wenn er sie nicht ganz versteht. Das, was Gott zu unserem Heiligen gesagt hat, „Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht« (Mt 1,20), scheint er auch uns zu sagen: „Fürchtet euch nicht!“ Wir müssen unseren Ärger und unsere Enttäuschung ablegen und ohne weltliche Resignation, sondern mit hoffnungsvoller Kraft Platz machen für das, was wir nicht gewählt haben und was doch existiert. Das Leben auf diese Weise anzunehmen führt uns zu einem verborgenen Sinn. Das Leben eines jeden von uns kann auf wundersame Weise neu beginnen, wenn wir den Mut finden, es gemäß den Weisungen des Evangeliums zu leben. Und es spielt keine Rolle, ob alles schief gelaufen zu sein scheint und ob einige Dinge mittlerweile nicht mehr rückgängig zu machen sind. Gott kann Blumen zwischen den Felsen sprießen lassen. Auch wenn unser Herz uns verurteilt, Gott ist größer als unser Herz und er weiß alles (vgl. 1 Joh 3,20).“
 

Im Eröffnungsschreiben zum Josefsjahr spricht Papst Franziskus über Josef auch als dem Vater im Schatten.
 
„In seinem Buch ‚Der Schatten des Vaters‘ erzählte der polnische Schriftsteller Jan Dobraczyński in Romanform das Leben des heiligen Josef. Mit dem eindrucksvollen Bild des Schattens umreißt er die Gestalt Josefs, der in Bezug auf Jesus der irdische Schatten des himmlischen Vaters ist. Er behütet und beschützt ihn, er weicht nicht von ihm und folgt seinen Schritten. Denken wir an das, was Mose dem Volk Israel in Erinnerung ruft: „In der Wüste [...] hat der Herr, dein Gott, dich auf dem ganzen Weg […] getragen, wie ein Mann sein Kind trägt“ (Dtn 1,31). So hat Josef sein ganzes Leben lang die Vaterschaft ausgeübt.
 
Als Vater wird man nicht geboren, Vater wird man. Und man wird zum Vater nicht einfach dadurch, dass man ein Kind in die Welt setzt, sondern dadurch, dass man sich verantwortungsvoll um es kümmert. Jedes Mal, wenn jemand die Verantwortung für das Leben eines anderen übernimmt, übt er ihm gegenüber in einem gewissem Sinne Vaterschaft aus. (…)
 
Vater zu sein bedeutet, das Kind an die Erfahrung des Lebens, an die Wirklichkeit heranzuführen. Nicht, um es festzuhalten, nicht, um es einzusperren, nicht, um es zu besitzen, sondern um es zu Entscheidungen, zur Freiheit, zum Aufbruch zu befähigen. (…)
 
Unter allen Umständen müssen wir bei der Ausübung von Vaterschaft immer darauf achten, dass sie nie besitzergreifend ist, sondern zeichenhaft auf eine höhere Vaterschaft verweist. In gewisser Weise sind wir alle immer in Josefs Lage: Wir sind „Schatten“ des einen Vaters im Himmel, der seine Sonne aufgehen lässt über Bösen und Guten und regnen lässt über Gerechte und Ungerechte (vgl. Mt 5,45); und wir sind „Schatten“ in der Nachfolge des Sohnes.“
 
Auch bei uns in der Seelsorgeeinheit...
In diesem Jahr gab es verschiedene Aktionen, um den heiligen Josef um seine Fürsprache zu bitten und das biblische Zeugnis seines Lebens zu betrachten. Unser Logo zeigt einen Ausschnitt einer Josefs-Figur, die in der Sakristei der Becksteiner Kirche steht. Das Logo und auch die Figur werden uns durch das Jahr begleiten. Auch in den Pfarrblättern des Jahres 2021 und hier auf der Homepage hat es immer wieder Impulse und Gedanken zum Josefsjahr gegeben.
 
 
Wissenswertes zum Josefs-Jahr

"15 Möglichkeiten einen Ablass zu erhalten"

Papst Franziskus hat bei der Ausrufung des Jahres des heiligen Josefs auch die Möglichkeit gegeben, einen besonderen vollkommenen Ablass zu erhalten. Bis Dezember 2021 gibt es viele neue Möglichkeiten, wie Katholiken einen Ablass erhalten können, zum Beispiel indem sie ihre tägliche Arbeit dem Schutz des heiligen Josef des Arbeiters anvertrauen oder den Rosenkranz mit ihren Familien beten.
 
Diese Handlungen müssen von der sakramentalen Beichte, der eucharistischen Kommunion und dem Gebet für die Absichten des Papstes begleitet werden - die üblichen Voraussetzungen für den Erhalt eines vollkommenen Ablasses.
 
Nach dem Dekret der Apostolischen Pönitentiarie vom 8. Dezember gibt es 15 Möglichkeiten, im Jahr des heiligen Josef den Ablass zu erhalten:
 
  1. Nehmen Sie mindestens an einem Tag an einem spirituellen Exerzitienprogramm teil, das eine Meditation über den heiligen Josef beinhaltet.
  2. Beten Sie um die Fürsprache des heiligen Josef für die Arbeitslosen, damit sie eine würdige Arbeit finden.
  3. Beten Sie die Litanei vom heiligen Josef für verfolgte Christen.
  4. Die tägliche Arbeit dem Schutz des heiligen Josef, dem Arbeiter, anzuvertrauen.
  5. Dem Beispiel des heiligen Josef folgen und ein körperliches Werk der Barmherzigkeit verrichten. Dazu gehört, die Hungrigen zu speisen, den Durstigen zu trinken zu geben, die Nackten zu kleiden, die Obdachlosen zu beherbergen, die Gefangenen zu besuchen, die Kranken zu pflegen und die Toten zu begraben.
  6. Eines der geistlichen Werke der Barmherzigkeit ausführen: Unwissende lehren, Zweiflern raten, Trauernde trösten, Sünder zur Umkehr ermutigen, Beleidigern verzeihen, Lästige ertragen, oder für die Lebenden und Toten beten.
  7. Den Rosenkranz zusammen mit der eigenen Familie beten, damit "alle christlichen Familien dazu angeregt werden, die gleiche Atmosphäre der innigen Gemeinschaft, der Liebe und des Gebets wiederherzustellen, die in der Heiligen Familie herrschte".
  8. Verlobte Paare können auch einen Ablass erhalten, wenn sie den Rosenkranz gemeinsam beten.
  9. Meditieren Sie mindestens 30 Minuten über das Vaterunser, denn der heilige Josef "lädt uns ein, unsere kindliche Beziehung zum Vater neu zu entdecken, die Treue zum Gebet zu erneuern, zuzuhören und mit tiefer Unterscheidung dem Willen Gottes zu entsprechen", so die Pönitentiarie.
  10. Beten Sie am St. Joseph-Sonntag, dem Sonntag nach Weihnachten in der byzantinisch-katholischen Tradition, ein Gebet zum heiligen Josef.
  11. Feiern Sie das Fest des heiligen Josef am 19. März mit einem Akt der Frömmigkeit zu Ehren des Heiligen.
  12. Beten Sie am 19. eines jeden Monats ein Gebet zum heiligen Josef.
  13. Ehren und feiern Sie Josef mit einem Akt der Frömmigkeit oder passenden Gebet an einem Mittwoch, dem Tag, der traditionell dem heiligen Josef gewidmet ist.
  14. Beten Sie zum heiligen Josef am Fest der Heiligen Familie am 29. Dezember.
  15. Feiern Sie das Fest des heiligen Josef des Arbeiters am 1. Mai mit einem Akt der Frömmigkeit oder des Gebets.
Falls Sie interessiert, was genau noch einmal ein Ablass im heutigen kirchlichen Verständnis ist, finden Sie im Internet eine gute Erklärung mit der Überschrift: „Ein Ablass ist eine Amnestie“: (https://www.katholisch.de/artikel/8515-ein-ablass-ist-eine-amnestie).


"Josef, Patron der Sterbenden"

In der kirchlichen Tradition wird angenommen, dass Josef in seiner Sterbestunde den Trost des Dabeiseins von Jesus und Maria erfahren durfte. Deshalb ist im 17. Jahrhundert der Brauch entstanden, den heiligen Josef als Fürsprecher um eine gute Sterbestunde anzurufen. Neben den Karmeliten haben die Jesuiten seine Verehrung als „Patron der Sterbenden“ gefördert

(Das Gebet zum Heiligen Josef kann im Pfarrblatt 10/2021 nachgelesen werden)


"Der schlafende Josef"

Nachdem Papst Franziskus im Jahr 2015 in Manila über den schlafenden Josef und dessen Platz in seiner persönlichen Frömmigkeit gesprochen hatte, ist diese Figur des Hl. Josef als Schlafender im Josefsjahr zum beliebten Motiv geworden.
 
Bei der Begegnung mit Familien in der Mall of Asia Arena in Manila sprach der Heilige Vater über die Fähigkeit im Herrn zu ruhen: „Um Gottes Ruf, Jesus ein Heim zu bereiten, zu hören und anzunehmen, müsst ihr fähig sein, im Herrn zu ruhen. Ihr müsst jeden Tag Zeit schaffen, um im Herrn zu ruhen, ja, um zu beten. Gebet ist Ruhen in Gott. Nun könnt ihr einwenden – ich weiß es: Heiliger Vater, ich möchte beten, aber es ist so viel Arbeit zu erledigen! Ich muss mich um meine Kinder kümmern; ich habe Pflichten im Hause; ich bin sogar zu müde, um gut zu schlafen. Das stimmt. Das mag wahr sein, aber wenn wir nicht beten, werden wir das Wichtigste von allem nicht erkennen: Gottes Willen für uns. Und trotz all unseres Tuns, unserer Betriebsamkeit, werden wir ohne Gebet sehr wenig vollbringen.
 
Ich möchte euch etwas sehr Persönliches mitteilen. Ich liebe den heiligen Josef sehr, weil er ein starker und gleichzeitig auch ein stiller Mann ist. Auf meinem Tisch habe ich ein Bild vom ihm wo er schläft, und während er schläft, kümmert er sich um die Kirche! Ja! Er kann das und wir wissen es. Und wenn ich ein Problem oder Schwierigkeiten habe, schreibe ich es auf einen kleinen Zettel und lege es dann unter dem heiligen Josef.“
 

"Josef, der Be-dächtige"

Bis zu seiner Verlobung mit Maria liegt das Leben von Josef völlig im Dunkeln. Wer er war, was für ein Mensch er war, wie alt, ob er Geschwister hatte, alles das wissen wir nicht. Über den Menschen erfahren wir nur im Matthäus-Evangelium etwas und da auch nur in einem einzigen Kapitel. Danach taucht er nicht mehr auf.
 
Was wir aber aus diesem einzigen Kapitel erfahren, fasziniert immer wieder aufs Neue.
 
Er hat die Fähigkeit, die Dinge so zu nehmen, wie sie sind. Da ist er vielleicht ein typischer Mann: Wenn er sich mit Neuem auseinandersetzen muss, denkt er erst lange nach, bevor er etwas tut. Er legt sich hin, er schläft darüber. Er bricht nicht in Aktionismus aus, sondern er tritt in Kontakt mit Gott. „Der Herrgott wird’s schon richten“ könnte sein Leitspruch sein. Ein Mann vieler Worte ist er jedenfalls nicht. Da könnten wir den Eindruck bekommen, ihm sei alles egal, Hauptsache, er muss sich nicht drum kümmern. Nach außen sieht das vielleicht wirklich so aus. Was in ihm aber geschieht, davon bekommen wir erst etwas mit, wenn er die Initiative ergreift und Entscheidungen trifft.
 
Maria ist schwanger, aber nicht von mir? Dennoch nehme ich sie zur Frau!
Wir müssen nach Betlehem, Maria ist hochschwanger und wir finden keine Unterkunft? Dann tut‘s halt auch ein Stall.
Wir werden verfolgt? Dann müssen wir uns in Sicherheit bringen und fliehen.
Wir können zurück? Dann machen wir uns erneut auf den Weg.
 
Ich finde das beeindruckend, sind wir doch oft in der Gefahr, ein Problem sofort lösen zu wollen. Eine Frage taucht auf, die sofort beantwortet werden muss. Und je komplexer die Themen sind, umso gefährlicher sind die einfachen und schnellen Antworten. Auch in gesellschaftlich relevanten Bereichen. Josef lädt uns ein, seine Haltung einzuüben, uns die Zeit zu nehmen, in Ruhe darüber nachzudenken und offen zu sein auch für ungewöhnliche Wege.
 
Auch angesichts der vielen Herausforderungen, die vor uns als Seelsorgeeinheit und als katholische Kirche liegen, die wir aber auch ganz privat bewältigen müssen, könnten wir das beherzigen: Nicht in Aktionismus zu verfallen, sondern Gott die Chance zu geben, uns die Richtung zu weisen und uns die Chance zu geben, ruhig zu werden und ihm zu vertrauen.
 

"Josef, der Zimmermann"

Für Kinder ist es ein Highlight, wenn sich der Papa Zeit nimmt, um mit ihnen etwas zu bauen. Ein Baumhaus, einen Drachen oder ein Boot – eigentlich gar nicht so wichtig, denn noch viel wichtiger als das Ergebnis ist die gemeinsam verbrachte Zeit. Ob auch Jesus mit Josef gemeinsam Dinge gebaut hat?
 
Der Heilige Josef wird ja oft als Zimmermann bezeichnet. Er hatte also auf jeden Fall wohl handwerkliches Talent – und dieses hat er sicherlich auch für und mit Jesus eingesetzt.
 
Aber was genau macht ein Zimmermann?
 
DAS HANDWERK beschreibt den Beruf so: „Vorm Kopf sollte er das berühmte Brett nicht haben, ansonsten darf der Zimmerer aber gerne ein Faible für Hölzernes besitzen. Sollte er sogar, denn Tag für Tag arbeitet er mit dem nachwachsenden Baustoff und schafft anspruchsvolle Holzkonstruktionen für behagliche Wohnhäuser, Kindergärten oder Schulen. Aber auch bei Sanierungen von alten Fachwerkhäusern, Umbauten und Modernisierungsmaßnahmen oder bei Ingenieurbauwerken, wie zum Beispiel Brücken, sind seine Fähigkeiten und Fertigkeiten gefragt.“ (www.handwerk.de).
 
Vielleicht ist gerade jetzt der richtige Zeitpunkt für die Papas da draußen, mit ihren Kindern (mal wieder) etwas zu bauen. Und vielleicht könnte es dieser Nistkasten sein:
Viel Spaß beim Nachbauen!
 

"Ich trage (s)einen Namen"

Hätten Sie es gewusst? In den deutschlandweiten Vornamenranglisten ist der Name Josef oder Joseph nie auf den vordersten Plätzen zu finden. Es gibt bei diesem Namen aber große regionale Unterschiede. Im Westen und Süden, besonders in Bayern, heißen sehr viele Männer Josef; in Nord-und Ostdeutschland ist dieser Name umso seltener. Der Name Josef wurde in Deutschland von 2006 bis 2018 ungefähr 3.400 Mal als erster Vorname vergeben. Damit steht Josef auf Platz 441 der Vornamenhitliste für diesen Zeitraum. 
 
Herkunft und Bedeutung: Der Name Josef ist biblischen Ursprungs. Die erste Silbe des hebräischen Namens geht auf Jahwe zurück, die zweite hat vermutlich mit „Vermehrung“ zu tun. Aus dem Hebräischen etwa „er (Gott) fügt hinzu, gibt Vermehrung“. Joseph ist die ältere Schreibweise.
 
Sie tragen seinen Namen. Finden Sie die Nachnamen der kleinen Auswahl an berühmten Persönlichkeiten, die Josef in ihrem Namen tragen? Die Namen können vorwärts, rückwärts, diagonal, von oben nach unten oder von unten nach oben versteckt sein:
 
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 (Lösungen: Ratzinger / Haydn / Beuys / Eichendorff / Strauss / Liefers / Blatter / Stalin / Rebell)
 
So schön klingt Josef! Bitte mit dem Smartphone scannen und genießen:
 

Die "Pia Unione des Heiligen Josef vom guten Tod"

Bruderschaften waren jahrhundertelang selbstverständliche Teile unserer Pfarrgemeinden. Mancherorts existieren sie noch, zum Beispiel die Skapulierbruderschaft in Oberlauda oder die Totenbruderschaft in Lauda. Auch im Zusammenhang mit der Verehrung des Hl. Josef gibt es eine Bruderschaft – allerdings nicht hier vor Ort sondern in Verbindung mit dem Kloster St. Trudpert im Münstertal.
 
Die „Pia Unione del Transito di San Guiseppe“ (des Heiligen Josef vom guten Tod) hat ihren Ursprung in der besonderen Verehrung und im unbegrenzten Vertrauen, das der heilige Luigi Guanella (1842-1915) für den Heiligen Josef besaß. In der Verwirklichung seines Werkes, den heiligen Bräutigam der Jungfrau Maria zu ehren, hatte er in Papst Pius X. einen hervorragenden Helfer und wahren Freund. Außer auf den Heiligen Vater konnte Don Guanella auf zahlreiche Personen zählen, auch auf Personen einfacher Herkunft, die ihm entsprechend ihrer Möglichkeiten und Fähigkeiten, ihre Zuneigung, Verehrung und Mitarbeit geschenkt haben.
 
Papst Pius X., dessen Taufname Josef war, verehrte den Pflegevater Jesu sehr und unterstützte Don Guanella auch finanziell. So konnte er sein Projekt verwirklichen und in der Ewigen Stadt ein großes Gotteshaus zu Ehren des heiligen Patrons der Katholischen Kirche errichten. Der Bau wurde im Jahre 1909 begonnen und am 19. März 1912 eingeweiht.
 
Nachdem die Kirche, aus Anlass des zweifachen Jubiläums von Papst Pius X. – 50 Jahre Priester und 25 Jahre Bischof - errichtet worden war, teilte Don Guanella dem Heiligen Vater seine Absicht mit, eine Gemeinschaft zu gründen, mit dem Zweck, Gebete und gute Werke für die Sterbenden zu tun.
 
Die Bruderschaft wurde am 17. Februar 1913 von Papst Pius X. kanonisch anerkannt und dank der außergewöhnlich großen Anzahl von Mitgliedern bereits ein Jahr später zur „Pia Unione del Transito di San Guiseppe“ erhoben. Zusätzlich wurde sie mit dem Titel „Primaria“ d.h. mit der Erlaubnis, Tochtergemeinschaften in der ganzen Welt zu gründen, versehen.
 
Im Laufe der Jahre haben zahlreiche Kongregationen, Pfarreien und religiöse Institute darum gebeten, der Bruderschaft Primaria Pia Unione in Rom beitreten zu können und auch die Genehmigung dafür erhalten. Seit 1914 hat die „Pia Unione des Heiligen Josef vom guten Tod“ unter seinem tröstenden Schutz, ihre Pforten der Liebe und der Solidarität für die bedürftigen Mitschwestern und Mitbrüder in aller Welt weit geöffnet. Damit hat sich das Anliegen Don Guanellas in der ganzen Welt verbreitet.
 
Das oberste Ziel der Bruderschaft ist es, durch das Gebet „die Fürsprache des Heiligen Josef, des Patrons der Sterbenden, die Gnade eines guten Todes für diejenigen in aller Welt“ zu erlangen, die dem Heimgang nahe sind. Außer den täglichen Gebeten und Fürbitten sowie der „Immerwährenden heiligen Messe“ für die Sterbenden, ist ein weiteres wichtiges Ziel die Verbreitung der Verehrung und der Nachahmung der Tugenden des Heiligen Josef.
 
Die „Pia Unione“ möchte eine größtmögliche Anzahl von Gläubigen im Gebet vereinen und außerdem die barmherzigen Werke der „Opera Don Guanella“ zu Gunsten der Behinderten, der Waisen und derjenigen unterstützen, die in Armut leben. Die Pia Unione ist, wie auch die Werke von Don Guanella, in der ganzen Welt verbreitet. Am 12. Januar 1920 wurde die Josefsbruderschaft für den deutschen Sprachraum in der Provinz St. Trudpert kanonisch errichtet.
 
Um sich in die Erzbruderschaft des Heiligen Josef vom guten Tod einzuschreiben, reicht es, wenn man seine Anschrift dem Büro mitteilt. Dann erhält man das Aufnahmebildchen, das die Einschreibung bestätigt, per Brief. Die Anmeldung ist kostenlos (freiwillige Spenden sind möglich), die Mitgliedschaft gilt ein Leben lang und bedarf keiner Erneuerung. Es gibt keine Mitgliedsbeiträge, Versammlungen oder Zeitschriften. Die Kontaktadresse lautet: Schwesternschaft St. Josef e.V. Kloster St. Trudpert – Sitz der Josefbruderschaft – 79244 Münstertal/Schwarzwald, Telefon 07636/7802-122.
 
Dieses kleine Gebet verrichten die Mitglieder morgens und abends:
„Heiliger Josef,
Nährvater Jesu Christi und wahrer Bräutigam der seligsten Jungfrau Maria,
bitte für uns und für die Sterbenden dieses Tages/dieser Nacht!“
 

"Josef, der Träumer"

In der Bibel erfahren wir sehr wenig über Josef, den Mann Marias und den Ziehvater Jesu. Das Wenige wissen wir vor allem aus dem Matthäusevangelium. Im Markus- und Johannesevangelium taucht er gar nicht auf und Lukas erwähnt seinen Namen auch nur in einem Vers (Lk 2,4). Dennoch ist uns sein Name vertraut und seine Gestalt als Vater Jesu wichtig. Warum?
 
Zum einen ist es seine Stellung als Vater, als Vorsteher der Familie, als Ernährer und Vorbild Jesu. Jesus erlernt seinen Beruf des Zimmermanns bei seinem Vater. Damit scheint seine Rolle in der Heilsgeschichte definiert zu sein. Aber das wäre zu kurz gegriffen. Im Matthäus-Evangelium wird von Kapitel 1,18 bis 2,23 über Josef berichtet. Es geht um wichtige Entscheidungen, die zu treffen sind, und da wendet sich Gott im Traum an Josef.
 
Die erste Entscheidung, die Josef treffen muss, ist die, wie er zukünftig zu Maria stehen soll, nachdem sie ein Kind erwartet, das nicht von ihm ist. Er will sich trennen, in aller Stille zwar, ohne viel Aufhebens darum zu machen, aber er kann sich nicht vorstellen, das Kind eines anderen großzuziehen. Noch während er über diese Entscheidung nachdenkt – vielleicht sogar darum ringt, denn es ist eine schwierige Entscheidung – erscheint ihm im Traum ein Engel. Engel sind die Boten Gottes. Sie verkünden Gottes Willen. Und es ist in diesem Fall der Wille Gottes, dass Josef bei Maria bleibt, sie zur Frau nimmt und das Kind, das sie erwartet, gemeinsam mit ihr aufzieht.
 
Das nächste Mal, dass sich Gott im Traum an Josef wendet, ereignet sich kurz nach der Geburt Jesu. Das Kind ist in Gefahr. Herodes hat von der Geburt eines neuen Königs erfahren und fürchtet um seine Stellung, seinen Thron, seine Macht. Der neue König muss vernichtet werden und weil nicht klar ist, wer das ist, werden alle Knaben in der Gegend um Betlehem bis zum Alter von zwei Jahren ermordet. Damit Jesus aus der Gefahrenzone entkommen kann, heißt es, zu fliehen. Auch diese Entscheidung stelle ich mir nicht einfach vor. Weggehen aus der Heimat, weg von der Familie, von den Freunden in die Fremde, wo eine andere Kultur, eine andere Sprache und eine andere Religion herrschen. In der Fremde sein bedeutet ganz häufig auch, im fremden gesellschaftlichen System nicht anerkannt zu sein. Die Flüchtlinge unserer Tage könnten sicher viel darüber erzählen. Aber es muss sein. Gott bestärkt Josef im Traum diesen Entschluss zu fassen und in die Tat umzusetzen. Und so geschieht es. Die Familie ist in Sicherheit. Aber die Fremde bleibt oft fremd und die Sehnsucht nach der „alten Heimat“ bleibt bestehen. Wann ist es wohl möglich wieder zurückzukehren? Auch mit dieser Entscheidung bleibt Josef nicht allein. Als die Zeit gekommen ist, zurück nach Israel zu kehren, wendet sich Gott erneut im Traum an Josef und so erfährt er, dass die Gefahr nun vorüber ist und einer Rückkehr in die Heimat nichts mehr im Weg steht.
 
Damit endet die Geschichte um Josef. In späteren Kapiteln wird nur noch gemeinschaftlich von den Eltern Jesu oder von „ihnen“ gesprochen, Josef aber namentlich nicht mehr genannt. Wir wissen nicht, wie es mit der Familie als solcher weiterging, wie Josef diese Verbindung mit Gott durch die Träume empfunden hat und ob es ihn vielleicht verändert hat. Wir können es nur vermuten.
 
Was ich aber so bemerkenswert finde: Josef hat ganz darauf vertraut, dass das, was er im Traum erfahren hat, Gottes Pläne sind und dass er seine eigenen Gedanken, Zweifel und Pläne ruhig beiseitelassen darf. So, wie Gott es will, wird es gut werden. Auch wenn es ganz anders wird, als geplant und gedacht.
 
Aus dieser Einstellung ist kein Fatalismus spürbar, sondern ein ungeheures Vertrauen in Gott und in die eigene Wahrnehmung. Josef, der Träumer – ein Vorbild für uns?
 
Mechthild Prause, Pastoralreferentin

mit freundlicher Genehmigung zum Abdruck durch die Künstlerin: Kirsten Voß, Ikonenmalerei-Hamburg; www.welt-der-ikonen.de


"Der Hl. Josef in der Kunst"

Aus dem ersten Jahrtausend gibt es kaum Darstellungen des Hl. Josef. Hintergrund hierfür ist wahrscheinlich die Sorge, dass die oft kaum gebildeten Menschen seine väterliche Rolle vielleicht missverstanden hätten. Erst im 15. und 16. Jahrhundert findet Josef im Zusammenhang der damals beliebten Darstellungen der Hl. Familie (oder gar der erweiterten Hl. Sippe, wie hier auf einem geschnitzten Altar von 1508 aus Langenzenn) einen Platz auf den Altären. In dieser Zeit erblühte auch die Verehrung der Großeltern Jesu, der Hl. Mutter Anna und des Hl. Joachim.
 
 
Die Hl. Theresa von Avila (1515-1582) ist in Spanien eine große Anhängerin des Hl. Josef und Förderin seiner Verehrung. Sie schreibt in ihrem Libro de la vida: 
Ja es ist zum Erstaunen, welch große Gnaden mir Gott durch die Vermittlung dieses glückseligen Heiligen verliehen und aus wie vielen Gefahren des Leibes und der Seele er mich durch ihn befreit hat. Andern Heiligen scheint der Herr die Gnade gegeben zu haben, nur in einem bestimmten Anliegen helfen zu können; diesen glorreichen Heiligen aber habe ich in allen Stücken als Nothelfer kennengelernt. Der Herr will uns ohne Zweifel zeigen, dass er ihm im Himmel alles gewähre, was er von ihm begehrt, nachdem er ihm auf Erden als seinem Nähr- und Pflegevater, der das Recht hatte, zu befehlen, untertänig gewesen war. Dies haben auch einige andere Personen erfahren, denen ich geraten, sich ihm zu empfehlen. Jetzt ist die Zahl derer, die diesen Heiligen aufs Neue verehren, schon eine große, und sie alle finden die Wahrheit des hier Gesagten an sich bestätigt.
 
Es verbreiten sich seither immer mehr Einzeldarstellungen des Ziehvaters Jesu mit seinem Kind auf bzw. an der Hand und – zur Klarstellung seiner Rolle sowie als Symbol für seine Keuschheit – dem Symbol der Lilie. Ein Beispiel aus unserer Seelsorgeeinheit ist der Josefsaltar in der Gerlachsheimer Pfarrkirche Hl. Kreuz von 1739.
 
Im 19. Jahrhundert findet die Verehrung des Hl. Josef einen Höhepunkt. 1870 ernannte Papst Pius IX. den Hl. Josef zum Patron der ganzen Kirche. Es wird eine neue Tradition, in den Kirchen neben Maria stets auch eine Josefsfigur aufzustellen. Josef wird nun auch häufig als Vorbild des arbeits- und sorgsamen Familienvaters dargestellt, wie hier am Josefsaltar der 1899 fertiggestellten Kirche St. Josef in Gaggenau. Dort, im industriell geprägten Murgtal, kann man gut erkennen, wie bewusst der Aspekt des arbeitenden Josef hervorgehoben wurde, um an die Lebenswirklichkeit der Menschen anzuknüpfen.
 
So wird jede Zeit ihren eigenen Blick auf den Hl. Josef haben – und dieser Blick hinterlässt dann Spuren in der künstlerischen Darstellung. Das Josefsjahr lädt uns ein, selbst neu und bewusst auf den Hl. Josef zu schauen und seine Bedeutung für uns selbst und unsere Zeit zu entdecken. Das Wichtigste ist aber: Es geht hier nicht um die leblose Figur, sondern um den Menschen, der bei Gott ist.
 
 
 
(Pfarrer Ralph Walterspacher)
 

 
 
Gebete und Besinnliches

Gebet des Hl. Franz von Sales zum Hl. Josef

 
Glorreicher hl. Josef, Bräutigam Mariens, nimm uns unter deinen väterlichen Schutz;
wir beschwören dich darum durch das Heiligste Herz Jesu.
O du, dessen Macht sich auf all unsere Bedürfnisse erstreckt
und der du das Unmögliche möglich machen kannst,
wende deine väterlichen Augen auf die Interessen deiner Kinder,
und nimm dich ihrer an. In der Not und Bedrängnis,
die uns bedrücken, eilen wir mit Vertrauen zu dir.
Würdige dich, die Leitung dieser wichtigen und schwierigen Angelegenheiten,
die uns beunruhigen und bedrücken, mit väterlicher Güte selbst zu übernehmen.
Mache, dass der glückliche Ausgang derselben zu deiner Ehre und
zu unserem Besten gereichen möge. Amen.

 

Traditionelles Gebet nach dem Rosenkranz zum Hl. Josef 

Zu dir, o heiliger Josef, flehen wir in unserer Not. Nachdem wir deine heiligste Braut um Hilfe angefleht, bitten wir auch voll Vertrauen um deinen Schutz.
 
Um der Liebe willen, die dich mit der unbefleckten Jungfrau und Gottesgebärerin verband und um der väterlichen Liebe willen, mit der du das Jesuskind umarmt hast, bitten wir dich flehentlich, du wollest das Erbe, das Jesus Christus mit seinem Blut erkauft hat, gnädig ansehen und unserer Not mit deiner Macht zu Hilfe kommen.
 
O fürsorglicher Beschützer der Heiligen Familie, wache über die auserwählte Nachkommenschaft Jesu Christi. Halte fern von uns, o geliebter Vater, jede Ansteckung des Irrtums und der Verderbnis. Stehe uns vom Himmel aus gnädig bei, du unser starker Beschützer im Kampfe mit den Mächten der Finsternis.
 
Und wie du einst das Jesuskind aus der höchsten Lebensgefahr gerettet hast, so verteidige jetzt die heilige Kirche Gottes gegen alle Nachstellungen der Feinde und nimm uns alle unter deinen mächtigen Schutz, damit wir nach deinem Beispiel und mit deiner Hilfe heilig leben, selig sterben und im Himmel die ewige Seligkeit erlangen mögen. Amen.

 

Novene im Jahr des Hl. Josef

Die Tradition des Novene-Gebets leitet sich von den neun Tagen ab, die zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten vergangen sind, und in denen die Apostel und Jünger zusammen mit Maria im Gebet um den Heiliger Geist versammelt waren. Sehr oft verbindet sich dieses Gebet mit der Anrufung eines bestimmten Heiligen um seine Fürsprache. Im Josefsjahr stellen wir Ihnen hier zum Download eine Novengebet auf die Fürsprache des Hl. Josef aus dem Erzbistum Wien zur Verfügung: Novene zum hl. Josef (erzdioezese-wien.at)