
Marbach
Filialkirche St. Josef

Die Kirchengemeinde Marbach gehörte als Filiale viele Jahrhunderte zu St. Mauritius, Königshofen. Marbach ist jetzt ein Teil der Seelsorgeeinheit Lauda-Königshofen. Das erste Kirchlein war die St.-Jost-Kapelle, deren Existenz erstmals 1349 nachgewiesen wurde. Sie stand am Ausgang des Tales in der Nähe der heutigen Bundesstraße 290. Dort befand sich auch der Friedhof. Die Kapelle stand auf Königshöfer Gemarkung und fiel somit in den Zuständigkeitsbereich des Pfarrers von Königshofen. Die Bewohner von Marbach waren verpflichtet, an Sonn- und Feiertagen den Gottesdienst in Königshofen zu besuchen. Aus einer Akte des Erzbischöflichen Archivs Freiburg geht hervor, dass die Marbacher Bürger sich schon um 1760 um den Bau einer neuen größeren Kirche bemühten. Dies wurde jedoch vom damaligen Pfarrer von Königshofen, Anton Noll, verhindert. Erst unter dessen Nachfolger, Pfarrer Dürr, kam das Projekt voran. Die Marbacher Einwohner bauten dann mit Genehmigung des Fürstbischofs von Würzburg, Franz Ludwig, ihre eigene Kirche, die St.-Josefs-Kirche. Die Steine kamen von einem Steinbruch an der Hofstetter Steige, die behauenen schönen Ecksteine stammten aus Kirchheim. Der Grundstein wurde am 5. Juni 1782 gelegt. Dies geht aus einer Inschrift an der linken Innenwand der Kirche hervor, die lautet: “ Erbaut A.D. 1782, als Herr Oswald Loschert Abt von Oberzell und Gerlachsheim war“. Über der Eingangstüre an der Außenwand befindet sich ein Chronostichon in Latein in Stein gemeißelt, das ebenfalls das Erbauerjahr wiedergibt. Somit verlor die St.-Jost-Kapelle ihre Funktion und Bedeutung und verfiel immer mehr, bis sie dem Zahn der Zeit zum Opfer fiel. In den Annalen der Kirchengeschichte ist ersichtlich, dass Renovierungen 1934, 1964 und 2001 – 2004 stattfanden. Die Marbacher Kirche wurde bereits zweimal ihrer Glocken beraubt. Am 15. Mai 1958 wurden drei neue Glocken geweiht, nachdem 1 Jahr zuvor ein Glockenfest zu deren Finanzierung stattgefunden hatte. Der neue Zelebrationsaltar, vom Berliner Bildhauer Paul Brandenburg aus moosgrünem Kalksandstein geschaffen, wurde am 23. Januar 2005 vom damaligen Erzbischof Dr. Robert Zollitsch feierlich eingeweiht.

Die Innenausstattung ist im Stil des Spätbarock/Frühklassizismus gehalten, der Beichtstuhl in strenger Empireform, auch Einflüsse des Baustils Louis seize sind erkennbar. Dominierend über dem Hauptaltar ist der Marbacher Kirchenpatron, der Hl. Josef mit dem Jesuskind. Zu beiden Seiten des Hauptaltares sind 2 Medaillons angebracht. Sie zeigen Episoden aus dem Leben des Hl. Josef. Auf den beiden Seitenaltären befinden sich rechts die Hl. Mutter Anna mit Maria als ihrem Kind, und links der Hl. Wendelin, der Schutzpatron der Bauern und Hirten. Die Reliefs an den Seitenaltären erzählen aus dem Leben Marias. Das Deckengemälde stellt die Anbetung der Heiligen Drei Könige dar und wurde 1897 von A. Classen aus Heidelberg in Öl auf Putz gemalt. Es war eine Spende des Marbacher Bürgers Melchior Schäffner. Bei der letzten Kirchen-Innenrenovierung wurden Architekturmalereien freigelegt. Es waren wohl zumindest 6 gemalte Säulen im Kirchenraum vorhanden. Diese Malerei wurde in Absprache mit dem Landesdenkmalamt wieder übertüncht.
Links des Portals an der Außenwand befindet sich das Kriegerdenkmal mit den Namen der Gefallenen und Vermissten beider Weltkriege der Gemeinde Marbach. Über dem Portal wacht der Hl. Nepomuk als Ortspatron über Marbach. peha
Quellennachweise:
Gemeindearchiv Marbach
Pfarrarchiv Königshofen
Staatsarchiv Würzburg
Generallandesarchiv Karlsruhe
Erzbischöfliches Archiv Freiburg
Die Glocken in Marbach
Sie können die Glocken der Marbacher Kirche anhören, wenn Sie auf die Glocke klicken.
