
Beckstein
Filialkirche St. Kilian

Beckstein ist eine Filialgemeinde von St. Mauritius, Königshofen. An der Stelle der heutigen Kirche gab es zwei Vorgängerbauten. Auf die Existenz einer mittelalterlichen Kirche verweist das Grabmal des Mertin Hund von Wenkheim, das sich seit der Kirchenrenovation 2008 an der rechten Innenwand der jetzigen Kirche befindet.
Nachdem er schon 1580 das Kirchenpatronat von Königshofen erworben hatte, kaufte Fürstbischof Julius Echter von Würzburg auch das Dorf Beckstein. Er sorgte für einen Neubau der Kirche. Und von 1610 an ist belegt, dass Beckstein als Filiale der Pfarrei Königshofen unterstellt war.
Im 19. Jahrhundert wurde die Kirche aus der Echter-Zeit als zu klein und baufällig empfunden. 1913 wurde dann unter Pfarrer Karl Schmidt die alte Kirche abgebrochen und im Folgejahr der Neubau begonnen. Infolge des ersten Weltkriegs dauerte es zehn Jahre bis zur Fertigstellung und feierlichen Einweihung am 20. Mai 1924. Die Becksteiner Bürger unterstützen dabei in vielfacher Weise das große Projekt mit ihrem Geld, ihrer Arbeitskraft und der Spende einzelner Ausstattungsgegenstände.
Nachdem die Becksteiner ihre Kirchenglocken für die Kriegsrüstung hatten weggeben müssen, wurde im Jahr 1952 die Weihe der neuen Glocken gefeiert.
1966 bis 1968 wurde die Kirche innen und außen renoviert und erhielt eine völlig neue Chorraumgestaltung. Bewusst versuchte man eine Winzerkirche zu schaffen: Die von Sepp Biehler (1925-1973) entworfenen Chorfenster zeigen die Arbeit der Weinbauern und an der von ihm entworfenen Tabernakelsäule ranken Rebzweige. An den beiden Seitenaltären, an denen sich zunächst Figuren des Kirchenpatrons Kilian und des Winzerpatrons Urban fanden, wurden 1973 eine neu erworbene barocke Madonna und ein Hl. Josef aus ehemaligem Gerlachsheimer Klosterbesitz aufgestellt. 1990 vervollständigte eine neue Vleugels-Orgel die Ausstattung der Kirche.
Bei der Kirchenrenovation im Jahr 2008 wurde die Kilianskirche innen farblich in warmen, freundlichen Tönen neu gefasst. Ein Ambo aus Stein ergänzt die liturgischen Orte im Chorraum.
Literatur: Christian Abelein, Kirchengeschichte St. Kilian Beckstein, Lauda: 2014.
